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sie haben, im Gegensatz zum Fabrikarbeiter, zumeist ein kleines
Häuschen; -die ganze Wirtschaft macht vielfach einen etwas gehobenen
Eindruck. Aber die große Frage ist, ob man diese vergleichsweise
günstige Lage auf die Hausweberei oder nicht
vielmehr auf eine besondere Strebsamkeit und Tüchtigkeit
des Arbeiters zurückzuführen hat, der es fertig brachte, sich
ein eigenes Häuschen zu erwerben und das nicht ganz kleine Kapital
für den Kauf des mechanischen Webstuhls zu ersparen. Bei
einem Vergleich des Einkommens der Hausweber mit dem der
Fabrikarbeiter ist außerdem zu berücksichtigen, daß in dem Verdienst
des Hauswebers auch der seiner Frau steckt, die täglich einige
Stunden mit Spulen oder Treiben beschäftigt ist. Man hat üm
großen und ganzen den Eindruck, als ob die zweifellos auf seiten
des Arbeiters häufig vorhandene starke Neigung zur mechanischen
.Hausweberei nicht so sehr auf wirtschaftlichen Erwägungen beruht,
die bei Betrachtung der Dinge wohl eher in die Fabrik ftihren würden,
als auf seelischen Beweggründen: der Abneigung, sich der alles
gleichmachenden Fabrikdisziplin zu unterwerfen, sich ihre in Arbeitstempo,
dem oft rohen Ton der Mitarbeiter einzufügen. Der Hausweber
fühlt sich als Kleinmeister, als selbständiger Gewerbetreibender
auf einer höheren sozialen Stufe als der Fabrikarbeiter, und
mag seine Abhängigkeit in Wahrheit auch zehnmal drückender sein.
Die Unternehmer haben, abgesehen von wenigen Spezialitäten
der Chenilleweberei, Zweigen der Teppichweberei, bei ausgefallenen,
stark der Mode unterworfenen Mustern mit Rippen-,
Dreherbindung usw., kein Interesse an der Erhaltung des
Handweb st uhls, dagegen besteht z. B. in der sächsischen
Kleiderstoffweberei vielfach das Bestreben, die mechanische Hausweberei
zu fördern. Ja, manche Unternehmer stellen sogar ihren
Arbeitern die Webstühle gegen Miete oder Abzahlung zur Verfügung.
Die Beweggründe sind klar: der Unternehmer kann Risiko,
Miete, Beleuchtung, soziale Verpflichtungen von sich abwälzen,
sogar von jeder festen Kapitalanlage überhaupt absehen. Die Vorzüge
der Hausweberei für den Unternehmer bauen also auf Erwägungen,
die vom Standpunkt der Arbeiterschaft die kräftigste
Zurückweisung verdienen.