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werblichem Betrieb geradezu typisch. Dabei ergibt sich, daß die
Heimarbeit überall da, wo die Erträgnisse des Landbaus für den
Unterhalt der Familie ausreichen, keinen Boden findet und daß
es dort eher an Leuten, als an Arbeit fehlt. Anders da, wo der
Bodenbesitz so zersplittert ist, daß er die Lebensbedürfnisse nur teilweise
zu decken vermag. Sofern nicht andere Beschäftigung in der
Forstwirtschaft, in Steinbrüchen, an Bahn- und Wegebauten, in
Fabriken und Werkstätten zu haben ist, wird die Heimarbeit als
Notwendigkeit angesehen, und wo sie fehlt, auf ihre Einführung gedrängt.
„Wo die Errichtrmg geschlossener Betriebe wegen der ungünstigen
Lage nicht möglich ist und anderer ausreichender Nebenerwerb
nicht vorhanden ist, bleibt nur Einpflanzung und Pflege
der Hausindustrie, wenn nicht ein starker Abzug der Bevölkerung
aus den Gemeinden mit allzu karger Scholle und allzu kleinen
Besitzflächen erfolgen soll. Die Hausindustrie bringt insbesondere
Winterarbeit; sie gestattet der ländlichen Familie, auf ihre landwirtschaftlichen
Arbeiten soviele Zeit zu verwenden, als sie muß, auf
ihre gewerbliche Tätigkeit soviele Zeit, als sie k a n n . . . Sie macht
die sonst im Winter brachliegenden Kräfte von Mann, Frau und
Hanskindern nutzbar, schafft bares Geld ins Haus, beugt der Entwertung
des Grundbesitzes vor, ist in einzelnen Gegenden die Hanpturse.che
verhältnismäßig bescheidenen Volkswohlstandes und hält
die Landflucht auf. Sie verschwistcrt sich mit der Landwirtschaft
um so enger, als sie ihr die gewünschte Nebenbeschäftigung, den
heißersehnten Nebenerwerb zri bieten vermag und mit Einsetzen der
landwirtschaftlichen Saison sofort bescheiden in den Hintergrund
tritt/") Während im allgemeinen die Landwirtschaft durch die
Hausindustrie nicht Abbruch leidet, schlägt sie bisweilen über die
Stränge. Dann verstärkt sie die Leutenot und nimmt der Landlvirtschaft
die Arbeitskräfte weg; ja sie ruft „einen Zuzug von Arbeitskräften
aus der Stadt, eine „Stadtflucht" hervor, die an sich
zu begrüßen wäre, wenn sie nicht gerade Heimarbeit zum Ziel
hätte." „Wie viele Wenige ein Viel geben, so machen zwei
l ) Bitdmann, a. a. O. S. 915.