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metik hat eine Verdoppelung der Zollsätze manchmal eine Ver
doppelung, manchmal aber eine absolute Verminderung der Zoll
einnahmen zur Folge. Der Schutz der einheimischen Industrie
setzt eine freie Einfuhr aller Rohstoffe voraus und eine Einschrän
kung des Imports von Fabrikaten, die der Reichskasse nur eine
unbedeutende Einnahme gewähren könnte. Für die eine Gruppe
von Waren ist somit ein hoher Zoll notwendig, für die andere
gar keiner. Schließlich führt der Wunsch, eine vorteilhafte Handels
bilanz zu erzielen, zu einem fast gänzlichen Verbot des Imports,
nicht nur der Fabrikate, sondern auch der Rohstoffe. Unsere Zoll
politik stellt einen Kompromiß dieser drei Tendenzen dar, wobei
die fiskalischen Aufgaben sichtlich vorherrschen.
Als eine der bequemsten Arten der indirekten Besteuerung
müssen die Zölle parallel mit dem Wachstum der Steuerbelastung
wachsen. Je größer die Steuerlast in einem Lande ist, desto
höher sind die Zölle. Die Regelmäßigkeit dieser Wechselbeziehung
wird durch den Charakter der Handelspolitik verschiedener Staaten
durchbrochen, indem die einen Länder im Interesse ihrer Industrie
dem Protektionismus, die anderen der Handelsfreiheit huldigen.
Während der letzten 40 Jahre hat sich in Rußland die Zollein
nahme zuerst schneller als die anderen Formen der Besteuerung
entwickelt, später aber glich sich das Verhältnis aus:
Reicheinnahmen Zoll-
In
Prozent
Jahre
insgesamt
Mill. Rubel
einnahmen
Mill. Rubel
1870
461
40,6
8,8
1875
567
62,0
10,9
1880
625
94,7
D,2
LO
00
00
699
94,8
13,6
:89c)
838
141,2
16,8
189s
1038
178,6
17,2
1900
1225
204,0
16,7
1905
1307
212,8
16,3
1909
1620
274,3
16,9
Man sieht:
bis zum Jahre
1895 wuchsen
die Zolleinnahmen
rascher als die anderen Reichseinnahmen; von diesem Jahre an
nimmt ihr Steigen allmählich ab und geht parallel dem allge
meinen Zuwachs der Besteuerung. Dieser Umschwung in der Ent
wicklung der Zollbesteuerung erklärt sich durch den erzwungenen
Uebergang Rußlands (in den Jahren 1893—1894) vom autonomen
Tarif zum Konventionalsystem, bei welchem der Zoll mit dem