Full text: Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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560 000 t betrâgt. Diese Gütermenge wird von 260 Schiffen, 
also durchschnittlich 3165 t per Schiff, vertransportiert. Nun 
beiauft sich der Transport der naturalisierten Waren aber auf 
397 000 t, Infolgedessen würden dann nur noch 160 Abîahrten 
jâhrlich stattfinden kônnen, oder im Durchschnitt eine Abfahrt 
auf 2,4 Tage, anstatt auf 1,4 Tage wie gegenwârtig. 
Daraus würde also im Durchschnitt eine Versaumnis von 
einem Tag für die Gesamtheit des Transports eigener und 
naturalisierter Güter fortfiieBen, 
Doch, die Unwahrscheiniichkeit der Unterstellung, die 
dieser Berechnung zugrunde gelegt wurde, ist leicht ersichtîich, 
Das fremde Hinterland kann unmôglich von heute auf morgen 
verschwinden, Was jedoch eintreten kann, ist die Ableitung 
seiner Ausfuhr auf einen Hafen, der im Wettbewerb mit Ant- 
werpen steht. In diesem Falle würden unsere eigenen Erzeug- 
nisse, wie wir oben auseinandergesetzt haben, denselben Weg 
einschlagen. Das Ergebnis wâre ebenso verhângnisvoll, denn 
wir hâtten zunachst für einen lângeren Landtransport zu 
zahlen, und dann müBte der Fabrikant langer warten, bis er 
wieder in den Besitz seines Geldes gelangte. 
Es ist unmôglich, den Schaden, der uns daraus entstehen 
müBte, auch nur annâhernd zu berechnen, doch ist es beinahe 
sicher, daB wir uns für zahlreiche Produkte im Nachteil gegen 
unsere deutschen Konkurrenten befinden und notwendiger- 
weise für viele Waren von ihnen verdrângt sehen würden. 
Noch cin Punkt verdient Beachtung. Für die Ableitung 
dicses Durchfuhrverkehrs ist es nicht nôtig, daB aile Produkte 
zu ein und demselben Hafen gezogen werden. Es genügt, 
wenn nur ein Teil, sei es das Schwergut oder das MaBgut, 
seinen Weg zum Konkurrenzhafen nimmt. Obwohl Rotter 
dam, wie wir oben sahen, in bezug auf die Einfuhr Antwerpen 
voransteht und für das ganze Rhein- und Ruhrbecken die 
günstigere Lage besitzt, geht doch die Ausfuhr dieser Gegenden 
zum grôBten Teile liber unseren Hafen, einzig und allein infolge 
der besseren Frachtkombination, die sic!} dort bewerkstelligen 
laBt, Würde also in einem gegebenen Augenblick das Gleich- 
gewicht gestôrt, indem die Produkte infolge besserer Zugangs- 
wege zum Hinterland, infolge von Vorzugstarifen, oder auch 
infolge besserer inlândischer Bedingungen billiger in einem 
anderen Hafen f, o, b, geîiefert werden kônnten, und wenn die
	        
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