Centralinstanz zuzuführen — die Unterdrückung des Ver
antwortlichkeitsgefühls zur notwendigen Folge. Da der
Minister in der Regel nichts von der Sache versteht, so
liegt die Controle der Verwaltung zumeist in den Händen
des Verwaltungsrates, der eine Art Repräsentation der
Allgemeinheit bildet.
Aber an wen soll er sich halten, wenn irgend eine
Massregel schlecht war? An die Direction? Unmöglich!
Weil die Direction nichts bestimmt und nichts zu bestim
men hat ohne die Bewilligung des Rates. Und Direction,
Betriebschef, Ingenieur, keiner von allen diesen fühlt sich
versucht, diese Controle im öffentlichen Interesse vorzu
nehmen, weil ja keine Massregel ergriffen worden ist, ohne
dass von vornherein die Verantwortlichkeit aller dabei
engagiert gewesen wäre.
Dieses System hat so tief Wurzeln geschlagen, dass
die Controle in den öffentlichen Verwaltungen nicht mehr
vom wirtschaftlichen, sondern nur noch vom formalisti
schen Standpunct aps vorgenommen wird. Die grosse
Frage ist, zu wissen, ob die Genehmigung in dem hierarchi
schen Instanzenzug richtig eingeholt und erteilt worden ist.
Die Kosten des Ergebnisses spielen dabei gar keine Rolle.
Kein Werkstattdirector, kein Betriebsdirector, kein Ver-
waltungsdirector macht eine genaue wirtschaftliche Auf
stellung. Die Berichte des Eisenbahnministers beweisen
das ebenso klar, wie die Antworten, die auf die Anfragen
in der Kammer erteilt werden. Die wenigen Zahlen, die
man mitteilt und die man nur mitteilen kann, sind runde
Zahlen, die lediglich Budgetzwecken dienen.
An Stelle eines solchen Systems müsste das System
der Decentralisation, d. h. das System der Selbständigkeit
und Verantwortlichkeit gesetzt werden; nichts würde einer
solchen Reform heute schon im Wege stehen, und sie
wäre eine ausgezeichnete Vorbereitung für die förderalisti-
sche Organisation, die die heutige ablösen wird.
Die Bourgeoisie versteht übrigens das von uns