Full text: Ferdinand Lassalle

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Verachtung angereizt zu haben. Denn durch die Auf 
forderung, nach einer Herrschaft über die andern Klassen 
der Gesellschaft zu trachten, würden die Arbeiter zum 
Ehrgeiz, aber niemals zum Haß und zur Verachtung 
gegen Dritte aufgefordert sein. Der Ehrgeiz der 
Arbeiter ließe sich doch nicht der Bourgeoisie impu- 
tieren, und weil ihr nicht einmal i mputabel, kann doch 
auch nicht Haß und Verachtung gegen sie dadurch erregt 
werden! Dieser Satz entbehrt also wiederum eines 
jeden grammatisch-logischen Sinnes. Das „namentlich", 
mit welchem die Anklageschrift diesen letzten Beweis für 
die Anreizung zum Haß einleitet, ist vielmehr ein 
„namenlos", nämlich eine namenlos sinnwidrige 
Behauptung. Wo aber hat endlich der Staatsanwalt 
aus meiner Schrift herausgelesen, daß ich dazu auf 
gefordert habe, das Ziel einer „Herrschaft der arbeiten 
den Klassen über die andern Klassen der Gesellschaft 
zu verfolgen"? 
Ich spreche in meiner ganzen Broschüre nur davon, 
daß es die Bestimmung der mit dem Februar 1848 be 
gonnenen Weltperiode sei, das sittliche Prinzip des 
Arbeiterstandes, die in meiner Broschüre entwickelte und 
Ihnen im Eingänge dieser Rede rekapitulierte Idee des 
Arbeiterstandes, zum herrschenden Prinzipe der Gesell 
schaft zu machen, diese Idee zur leitenden Staatsidee 
zu machen. 
Ich drücke mich wiederholt auf das schärfste und be 
stimmteste so aus. Ich sage, wie 1789 die Revolution 
des dritten Standes war, so sei es diesmal der vierte 
Stand, „welcher sein Prinzip zum herrschenden Prin 
zipe der Gesellschaft erheben und alle ihre Einrichtungen
	        
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