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Offenherzigkeit geantwortet hätte, daß, auch wenn
sie ffei wäre, ich sie doch nicht heiraten würde, und
trotzdem, oder vielleicht auch gerade infolgedessen, wurde
ich heftig geliebt! Ich wollte nehmen, aber mich nicht
selbst geben.
Ja, ich schwöre es Ihnen, bis jetzt gab es kein Weib
auf der Welt, bei dem der Gedanke an Heirat mir
nicht ein Frösteln verursacht hatte. Sie sind die ein
zige, die ich mit der zärtlichen Liebe verehre, um
mich hinzugeben, die einzige, für welche ich das un
geheure Opfer einer Heirat zu bringen bereit bin,
und Sie wissen, meine Meinung über die Opfer der
Liebe geht dahin, sie nicht als Opfer, sondern als
Glück fühlen zu lassen.
Sie sind die einzige, die ich zur Frau nehmen könnte
und so, wie Sie sind, nehmen würde. Sie könnten mir
selbst sagen, Sie anders zu nehmen, ich würde es nicht
tun! Sehen Sie, meine schöne Rose, das kommt daher,
weil ich Sie ebenso verehre wie liebe. Ich liebe Sie
vielleicht deshalb so, weil ich Sie verehre.
Also denn: ich werde Sie heiraten, wenn Sie ein
willigen. Aber werden Sie auch einwilligen?
Das ist jetzt die Frage, und es ist Zeit, mit den Be
kenntnissen zu beginnen, die ich Ihnen zu machen habe.
Ich sage Ihnen im voraus, Sophie, daß ich alles,
was ich kann,^ vorbringen werde, um Ihnen die Lust
zu vertreiben, mich zu nehmen, ja, ich werde mir
Mühe geben, dies zu tun. Und in jedem Falle werde
ich dadurch nur gewinnen. Wenn Sie unerschütterlich
bleiben, so werde ich die einzige, wahre Garantie
haben, daß Sie mich hinlänglich lieben, um in der