Full text: Ferdinand Lassalle

158 
Offenherzigkeit geantwortet hätte, daß, auch wenn 
sie ffei wäre, ich sie doch nicht heiraten würde, und 
trotzdem, oder vielleicht auch gerade infolgedessen, wurde 
ich heftig geliebt! Ich wollte nehmen, aber mich nicht 
selbst geben. 
Ja, ich schwöre es Ihnen, bis jetzt gab es kein Weib 
auf der Welt, bei dem der Gedanke an Heirat mir 
nicht ein Frösteln verursacht hatte. Sie sind die ein 
zige, die ich mit der zärtlichen Liebe verehre, um 
mich hinzugeben, die einzige, für welche ich das un 
geheure Opfer einer Heirat zu bringen bereit bin, 
und Sie wissen, meine Meinung über die Opfer der 
Liebe geht dahin, sie nicht als Opfer, sondern als 
Glück fühlen zu lassen. 
Sie sind die einzige, die ich zur Frau nehmen könnte 
und so, wie Sie sind, nehmen würde. Sie könnten mir 
selbst sagen, Sie anders zu nehmen, ich würde es nicht 
tun! Sehen Sie, meine schöne Rose, das kommt daher, 
weil ich Sie ebenso verehre wie liebe. Ich liebe Sie 
vielleicht deshalb so, weil ich Sie verehre. 
Also denn: ich werde Sie heiraten, wenn Sie ein 
willigen. Aber werden Sie auch einwilligen? 
Das ist jetzt die Frage, und es ist Zeit, mit den Be 
kenntnissen zu beginnen, die ich Ihnen zu machen habe. 
Ich sage Ihnen im voraus, Sophie, daß ich alles, 
was ich kann,^ vorbringen werde, um Ihnen die Lust 
zu vertreiben, mich zu nehmen, ja, ich werde mir 
Mühe geben, dies zu tun. Und in jedem Falle werde 
ich dadurch nur gewinnen. Wenn Sie unerschütterlich 
bleiben, so werde ich die einzige, wahre Garantie 
haben, daß Sie mich hinlänglich lieben, um in der
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.