sammenlaufen würden, weil in keinem von ihnen eine Roh-
eisenproduktion vorhanden sein würde, die auch nur an eine
Million Tonnen jährlich heranreichte.
Die Herstellung von Roheisen aus seinen Erzen im
Hochofen hat tatsächlich etwa vom Jahre 1750 an zuerst in
England einen nennenswerten Aufschwung genommen, als
es hervorragenden englischen Hüttenleuten gelungen war, aus
Steinkohle Koks zu machen und nunmehr dieses in großen
Mengen herstellbare Produkt zum Betriebe von Hochöfen zu
benutzen, während vor dieser Zeit die Holzkohle das alleinige
Brennmaterial für Hochöfen gebildet hatte.
England ist der übrigen Welt in dieser Beziehung um
50—100 Jahre vorausgeeilt, weil seine günstige insulare
Lage die ruhige Entwicklung seiner Industrie gegen die
zerstörenden Wirkungen der festländischen Kriege im 17. und
18. Jahrhundert sicherte.
Das Schaubild zeigt, daß beispielsweise im Jahre 1870
die Roheisenerzeugung Großbritanniens bereits über 6 Milli-
onen Tonnen jährlich betrug, während die Vereinigten Staaten
von Amerika, Deutschland und Frankreich je nur etwa 1% Milli-
onen Tonnen herstellten.
Die Erfindung des Bessemerprozesses 1860 und die
Schaffung des Siemens-Martinverfahrens im Jahre 1865
gaben den Anstoß zur Massenerzeugung von schmiedbarem
Eisen und brachten dadurch die Möglichkeit, neue Weltverkehrs-
wege durch den Bau von Eisenbahnen und Dampfschiffen zu
eröffnen. Der hierdurch einsetzende Eisenverbrauch wirkte
wieder rückwärts auf die Erhöhung der Roheisenerzeugung.
Diese Umstände sind es, welche den Linien desSchaubildes ihren
höchst eigenartigen Lauf gegeben haben. Es ist außerordent-
lich interessant, aus dem Schaubilde festzustellen, daß die
Roheisenerzeugung der Vereinigten Staaten von Amerika
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