§ 1. Die wirtschaftliche Logik.
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mus der Börse, durch den Instinkt und die Berechnungen
großer Kaufleute, Bankiers, Spekulanten und Machthaber.
Sie setzt sich durch in dem scheinbaren »Aberglauben« der
großen Volksmasse, der sich vereinigt mit einer Erkenntnis,
die wieder auf die in Jahrhunderten gemachten Erfahrungen
mit nichtstoffwertvollem Gelde sich stützt. So setzt sich
jene Logik im wirtschaftlichen Handeln der Menschen durch
in der Bewertung, die sie direkt oder indirekt dem Gelde
und den Waren zuteil werden lassen, mögen auch die Mittel
und Wege dieses Sichdurchsetzens oft unserer Schulweisheit
verborgen sein.
Die scheinbaren Ausnahmen bestätigen nur die Regel.
Wenn im Weltkriege 1914/15 das Papiergeld im Inlande auch
von denen gern genommen wurde, die den Stand der heimi
schen Valuta kritisch und nicht ohne Sorge betrachteten,
wenn z. B. bei uns überzeugte »Metallisten« freiwillig ihr Gold
zur Reichsbank trugen und gegen Scheine eintauschten, so
bedeutet dies für denkende Menschen unter Umständen ein
geringes Opfer, das gern gebracht wurde in einer Zeit, in der
jeder bereit war, Höheres zu opfern, als materielle Werte.
Aber eben — es bedeutete ein Opfer, — d. h. einen Verzicht
auf das Handeln streng nach dem wirtschaftlichen Prinzip,
unter Umständen einen Verzicht auf materielle Vorteile und
auf die Nutzanwendung aus den Erkenntnissen der wirt
schaftlichen Logik. Die Geltung, der Inhalt dieser Logik ist
dadurch nicht berührt worden, so wenig die größte Aufopfe
rung den Stand unserer Valuta hätte bewahren können, wenn
der Krieg unglücklich ausgelaufen wäre.
Es bleibt ein wesentliches Charakteristikum unserer Theo
rie die Voraussetzung, daß die oben beleuchteten wirtschaft
lichen Vorstellungen durchaus nicht immer als an der Ober
fläche des Bewußtseins existierend angenommen werden. Ja,
es gibt sogar Leute, die auf die Funktionswerttheorie