280 Die katholischen und verwandten Schulen in der Gegenwart
gesetzte Endpunkte einer langen Evolution. Die eine ist Paris:
La Cité Moderne, die andere „ein in diesem Bauernlande sehr
ausgedehntes Milieu: La Region Rurale 111 ).
Bleiben wir zunächst bei der Cité Moderne, im konkreten
Fall: Paris 2 ). Wir werden sie zweckmäßig in drei, leicht zu
isolierende Untergruppen einteilen: 1. Le Métier, 2. le Marché,
3. l'Organisation d'intérêt général. Diese drei Untergruppen bilden
drei Beobachtungsgebiete, denen je eine Art von Monographie
entspricht.
Die Monographie einer (gewerblichen) Berufsart (Monographie
de Métier) besteht aus drei auf einandergeschichteten Enqueten:
a) Enquête bibliographique, b) Enquete personnelle, c) Enquete mono,
graphique im engern Sinne.
Die Enquête bibliographique erstreckt sich auf die Techno
logie der zu beobachtenden Berufsart, deren Geschichte und
die etwa bereits bestehenden Monographien zeitgenössischer
Beobachter. Sie ist ein Vorbereitungsstadium für den Enquêteur.
Die Enquête personnelle hat sich an die von Le Play als
„autorités sociales“ bezeichneten Personen zu wenden, deren es
in jeder Berufsart gibt. Du Maroussem gliedert sie nach
ihrer Zugehörigkeit zu wirtschaftlichen und sozialen Organi
sationen (Verbandsausschüsse, Arbeitergenossenschaften, Liga
gegen die Warenhäuser, Lehrer der technischen Schulen, Wohl
tätigkeitsanstalten usw.). Er rät, mit dem persönlichen Befragen
bei denen anzufangen, welche „den Dingen am nächsten stehen“,
also bei Arbeitern, Aufsehern, kleinen Arbeitgebern in erster
Linie. Die Kunst der persönlichen Enquete besteht darin, sich
Beziehungen zu verschaffen und das Vertrauen der Leute zu
gewinnen.
Die Enquete monographique im engern Sinn ist die Beschrei
bung einer jeden, durch die Statistik in Zahl und Maß ab
gegrenzten Zone mittels individueller Analyse der ausgewähl
ten Muster. Jede Zone einer Industrie, z. B. jener der Luxus
möbel im Faubourg St. Antoine in Paris, löst sich in zwei
weitere Untergruppen auf: Arbeitsstätten und Familien. Erstere
*) ibid. p. 18.
2 ) ibid. p. 19 ff.