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Ouarantäne-Zweigstation zu Tamsui
5. Quarantänewesen.
D ie Pest, die 1894 in Hongkong und Kanton auftrat, griff in
China immer weiter um sich. Im Jahre 1895 wurde auch der
chinesische Hafen Amoy, Formosa gegenüber, stark von der
Seuche heimgesucht. Unter diesen Umständen war es dringend nötig,
die Schiffe, die von dort und überhaupt aus chinesischen Häfen ein
trafen, streng zu überwachen. So wurden die Vorsteher der damaligen
Ken und Chö beauftragt, die von auswärts kommenden Schiffe in
Kilung, Tamsui, Amping, Takao und Rokkö auf ansteckende Krank
heiten zu untersuchen. Später — 1897 — wurde die Errichtung einer
Quarantänestation in Kilung beschlossen; 1899 war sie fertig. Im
August desselben J ahres wurde ein die Quarantäne betreffendes Ge
setz erlassen, das seit dem 4. dieses Monats in Kraft trat. Im April
1900 wurde sodann in Tamsui eine Zweigstation eröffnet. Außerdem
ist laut einer Kaiserlichen Verordnung vom November 1900 der
Generalgouverneur befugt, falls eine ansteckende Krankheit droht,
außerordentliche Quarantänestationen in beliebigen dem Fremden
verkehr geöffneten Häfen zu errichten.