Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

—  115

der  nicht  allzu  günstig  angelegt  ist,  wird  sich  hoffentlich  bald  im
weiteren  Hinterlande  einführen,  und  Münden  hat  ja  jetzt  endlich
auch  Gleisanschlufs  und  Umschlagseinrichtungen  mit  der  schärfer
einsetzenden  Initiative  des  Lloyd  in  diesen  Lebensfragen  Bremens
erhalten.
Karlshafen  erhielt  1848  (?)  direkten  Gleisanschlufs,  die  Häfen  und
Liegeplätze  von  Kemnade  1901,  Emmerthal  1872,  1881,  Hameln
1887,  1900,  Rinteln  1900,  Minden  1882,  Stolzenau  1901,  Kassel
mit  der  Fuldakanalisierung  1890—99,  Münden  1906. 1 )
Die  Bahnen  der  Weserplätze  sind  in  folgender  Reihenfolge
in  Betrieb  gekommen:  1848  Minden-Köln,  1849  Karlshafen,  1865
Höxter-Hamm,  1866  Höxter-Kreiensen,  1850—59  Münden-Kassel-Bebra-Eisenach(-Nürnberg),
  1857  Münden-Kassel-Frankfurt,  1873
Hameln-Altenbeken,  1876  Minden-Hameln-Elze,  1879  Altenbeken-Ottbergen-Northeim
  etc. 2 )
Bevor  die  Konkurrenz  der  Eisenbahn  und  die  damit  veranlafste
moderne  Ausgestaltung  der  Flufsschiffahrt  bestand,  war  die  Wasserstrafse
  der  Weser  als  solche  leistungsfähiger.
Der  Wanfrieder  Umschlag  wirkte  bis  nach  Nürnberg,  wo  es  einen
Wanfrieder  Bestätter  gab 3 ),  und  war  der  Hafen  von  Thüringen. 4 )
4 )  Thilo  Hampke,  Denkschrift  betreffend  Weserhäfen,  Anschlußgleise
und  Lösch-  und  Ladeplätze  an  der  Weser,  Kassel  1896;  Wilhelm  Metterhausen,
  Die  Vermehrung  und  Verbesserung  der  Weserhäfen  von  Münden  bis
Bremen,  in  der  Zeitschrift  für  Binnenschiffahrt,  1898,  S.  130  ff.;  derselbe,
Die  Herstellung  von  Anschlußgleisen  an  Binnenwasserstrafsen,  in  der  Zeitschrift
für  Binnenschiffahrt,  1901,  S.  72  ff.;  derselbe,  Die  Oberwesersohiffahrt  im
letzten  Jahrzehnt,  Festschrift,  1902,  S.  51;  Jahresb.  d.  Hdlsk.  v.  Minden  f.  1867,  S.  66;
Jb.  d.  Hdlsk.  i.  Bremen  f.  1899,  S.  60,  1903,  S.  78,  1905,  S.  86  u.  a.
2 )  8.  Die  historische  Entwicklung  des  deutschen  und  deutsch-österreichischen
Eisenbahnnetzes  vom  Jahre  1838  bis  1881,  hrsg.  vom  Königl.  Preufsisohen
Statistischen  Bureau.  Text  und  Atlas,  Berlin  1883.
8 )  Vgl.  J.  Ferdinand  Roth,  Geschichte  des  nürnbergisohen  Handels,
IV.  Teil,  Leipzig  1801,  S.  341  ff.  Über  Transporte  englischer  Tuche  über  die
Weser  nach  Nürnberg  etc.,  statt  bisher  über  den  Rhein  und  Antwerpen,  siehe
G.  Landau,  Einiges  über  Weserzölle  und  Weserhandel  im  16.  Jahrhundert,
in  der  Zeitschrift  des  Vereins  für  hessische  Geschichte  und  Landeskunde,
L  Bd.,  1837,  S,  167,  ebenda  S.  166  auch  zum  folgenden,  über  Weinfuhren  von
Frankfurt  auf  Kassel,  Münden  und  über  Fulda  und  Weser,  statt  des  gestörten
Rheinweges.  (Vgl.  a.  W.  v.  B  i  p  p  e  n,  Geschichte  der  Stadt  Bremen,  II.  Bd.,
1898,  S.  230.)
4 )  1819  werden  als  die  Hauptplätze  des  Wanfrieder  Umschlags  Nürnberg,
Würzburg,  Schweinfurt,  Gotha  und  Erfurt  aufgeführt.  Bremer  Handelskammerarchiv ­
  ;  Staatsarchiv.  Interessant  ist  ein  Schreiben  von  Goethe,  der  sich  sehr
für  den  Ausbau  des  Bremer  Hafens  interessierte,  an  Dr.  Nicolaus  Meyer  in
Bremen,  der  ihm  Karten  und  Pläne  von  Bremerhaven  durch  seinen  Vetter  Senator
8*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.