Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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auch  nicht  dahin  zu  bringen  sein 1 ).  Jetzt  kommt  durch  die  Annahme
des  Rhein-Weser-Kanals  die  Abhülfe.
Interessanter  sind  die  Projekte.
In  den  letzten  Jahren  des  achtzehnten  Jahrhunderts  wurde  in
Hannover  ein  Projekt  erörtert,  von  der  Weser  bei  Verden  einen  Kanal
nach  der  Oste  zu  bauen,  um  Bremen  zu  umgehen  und  den  Verkehr  in
hannoversches  Gebiet,  nach  Neuhaus  zu  ziehen.  Es  bedeutet  das
zwar  nicht  eine  Erweiterung  des  Hinterlandes  der  Weser,  sondern
eine  zweite  Mündung.
Ein  Anfang  in  diesen  Gedanken  wurde  gemacht,  indem  die
hannoversche  Regierung  durch  eine  Zollerleichterung  und  durch
einen  Erlafs  die  Route  Baden  a.  d.  Weser  —  Neuhaus  zunächst  per
Achse  bis  an  die  Oste  in  Gang  zu  bringen  suchte.  —  Es  hätten
sich  Spediteure  in  Baden  bereit  erklärt. 2 )
Obwohl  aufser  Bremen  auch  noch  der  oldenburgische  Elsflether
Zoll  umgangen  wurde,  war  der  Erfolg  bei  der  Beschaffenheit  der
Plätze  und  mit  dem  Achs  verkehr  naturgemäfs  negativ.  Es  wurde
auch  die  Möglichkeit  ventiliert,  die  Güter  in  Hameln  auszuladen  und
l 3 /*  Puls,  die  Normaltiefe  von  3  Fnfs  müsse  überall  gefordert  werden.  (Vgl.
auch  die  Jahresberichte  der  Vereinten  Weserdampfschiffahrtsgesellschaft,  1844,
S.  20  u.  a).  In  den  vierziger  Jahren  wollte  man  sich  dann  mit  47  cm  unter
dem  am  Pegel  zu  Minden  beobachteten  niedrigsten  bekannten  Wasserstande
begnügen,  überzeugte  sich  aber  1857,  dafs  das  nicht  angängig  sei  (Vgl.
Denkschrift  über  die  Ströme  Memel,  Weichsel.  Oder,  Elbe.  Weser  und  Rhein,
Berlin  1888,  S.  247.)  Die  Resultate  der  Verbesserungen  heben  sich  in  dem
Aufschwung  der  Schiffahrt  in  neuerer  Zeit  stark  hervor.
1 )  S.  Thilo  Hampke,  Die  Kanalis  erung  der  Fulda  von  Münden  bis  Kassel,
Denkschrift  zur  Eröffnung  der  Fuldaschiffahrt,  im  Aufträge  des  Stadtrats  und
der  Handelskammer  zu  Kassel,  Kassel  1895;  Volkmann  und  Twiehaus,
Die  Kanalisierung  der  Fulda  von  Kassel  bis  Münden,  Zeitschrift  für  Bauw>  sen  1899,
S.  4  1;  JuliusGreve,  Von  dei  kanalisierten  Fulda,  ebenda,  19ii0,  S,  411,  515;
H  Keller,  Weser  und  Eins,  190  ;  Gebiet  der  Weser,  1901;  W,  Mett  erbau ­
  sen,  Die  Oberweser  im  letzten  Jahrzehnt,  Kassel  1902.  Die  anschlagmälsigen
  Kosten  der  Fuldakanalisiernng  betrugen  3  785  000  Mark  Bis  1899
wurden  3  695  000  Mark  ausgegehen.  Theodor  Rocholl,  der  Leiter  der  neuen
Oberweserschleppschiffahrtsgesellschaft  von  1877,  setzte  sich  1878  in  Artikeln
in  der  Weserzeitung  für  die  Kanalisierung  der  Fulda  ein.  Im  Oktober  1878
nahm  der  damalige  Regierungs-  und  Baurat  Friedrich  Lange  nach  Sammlung
der  vorhandenen  technischen  Unterlagen  eine  Befahrung  vor  Im  November  1879
ist  von  Rocholl  eine  ausführliche  Denkschrift,  dem  Geheimen  Oberbaurat  Gercke
in  Berlin  gewidmet,  erschienen,  die  interessante  Frachtberechnungen  bringt
(Abdruck  bei  Hampke,  Aul.  I).  Es  folgte  die  Ausarbeitung  der  Projekte,  und
nachdem  die  Stadt  Kassel  sich  zur  Übernahme  eines  Beitrags  von  730  000  Mark
bereit  erklärt  hatte,  die  Ausführung  von  1890  bis  99.
2 )  Siehe  unter  ')  auf  Seite  130.

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