Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

147 — 
Konfliktszeit heftig die Verbindung Lippe—Ems. 1 ) 1844 wurde in 
Oldenburg stark für die Verbindung der Hunte mit der Ems agitiert 
und auch auf die Ideen wegen einer Verbindung der Weser und der 
Elbe hingewiesen, die ich schon erwähnt habe. Das Resultat war 
der Hunte-Ledakanal, der durch den Landtag nur als Fehnkanal 
ausgestaltet wurde, obwohl die Regierung Gesichtspunkte des 
Handelskanals im Auge behielt, was aber bei den neueren Anforderungen 
nicht viel bedeutete. Die Bremer Handelskammer hat noch einmal 
Ende der siebziger Jahre Versuche gemacht, die Umbildung von 
derzeitigen Weser—Elb—Moorkanalplänen in Handelskanalpläne zu 
veranlassen 2 ). 
Der Mittellandkanal wurde in vollem Umfange zuerst wieder 
in den sechziger und siebziger Jahren in den von Michaelis und Hefs 
aufgestellten eingehenden Projekten bearbeitet 3 ) 4 ). Es kam in den 
neueren Erörterungen sowohl die alte südlichere Route über 
Bielefeld, die für die Weser die direktere ist, wie die nördliche 
Route über Osnabrück in Frage. Auch die Allerkanalisation, die 
die gerade Fortsetzung der Mittellandkanalroute von der Ohre her 
etwa ab Gifhorn bilden würde, wurde wieder erörtert. Da die 
Mittellandkanalprojekte 1865 aussichtslos wurden, ist auch noch 
eben vor dem Kriege eine interne hannoversche Kleinverbindung von 
der Aller nach Hitzacker erörtert worden 6 ). In dieser Zeit glaubte 
man noch auch Privatkapital zu Kanalbauten heranziehen zu können. 
Durch die Ausschaltung Hannovers 1866 vereinfachte sich die 
*) Vgl. Westfälischer Anzeiger, XXVI. Bd., Nr. 22, vom 16. März 1816, 
Sp. 406, 407. Heinrich v. Treitschke, Deutsche Geschichte im neunzehnten 
Jahrhundert, III, Teil, 1903, S. 471; Heinrich Meidinger, Die deutschen 
Ströme, IV. Abt., Leipzig 1854, S. 182. Die Lippekanalisierung wurde 1816 
beschlossen und 1835 von Wesel bis Lippstadt durchgeführt, s. Meidinger, 
II. Abt., S. 37; 1). Reinhold u J. Oltmanns, 1817, S. 52 ; Bremer Staats 
archiv. An die Schiffbarmachung der Lippe hat auch schon Friedrich der 
Grofse gedacht und Kostenanschläge und Pläne machen lassen, ohne sie gegen 
den Widerstand des Bistums Münster durchführen zu können. (Westfäl. An 
zeiger, XXVI. Bd., Nr. 4, 13 Jan. 1816, Sp. 51.) 
2 ) Jb. d. Hdlsk. i. Bremen f. 1877, S. 45, 1878, S. 49, 1880, S. 22. 
8 ) Siehe unter 3 ) aut Seite 146. 
4 ) K. Michaelis, Rhein-Weser-Kanal, Berlin 1864; Michaelis und 
Hess, Das Projekt des Weser-Elbe-Kanals, Hannover 1871. Sie bearbeiteten 
auch den Entwurf 1880—81. Über die Anregungen 1856 ff., H. Keller, Weser 
und Ems, IV. Bd., S. 558; G. Z öp fl, Mittelländische Verkehrsprojekte, Berlin 1895, 
62, 97 u. i. f. 
6 ) W. Mylius, Die Schiffbarmachung der oberen Aller und deren Ver 
bindung mit der Elbe, Celle 1866. 
10*
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.