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Konfliktszeit heftig die Verbindung Lippe—Ems. 1 ) 1844 wurde in
Oldenburg stark für die Verbindung der Hunte mit der Ems agitiert
und auch auf die Ideen wegen einer Verbindung der Weser und der
Elbe hingewiesen, die ich schon erwähnt habe. Das Resultat war
der Hunte-Ledakanal, der durch den Landtag nur als Fehnkanal
ausgestaltet wurde, obwohl die Regierung Gesichtspunkte des
Handelskanals im Auge behielt, was aber bei den neueren Anforderungen
nicht viel bedeutete. Die Bremer Handelskammer hat noch einmal
Ende der siebziger Jahre Versuche gemacht, die Umbildung von
derzeitigen Weser—Elb—Moorkanalplänen in Handelskanalpläne zu
veranlassen 2 ).
Der Mittellandkanal wurde in vollem Umfange zuerst wieder
in den sechziger und siebziger Jahren in den von Michaelis und Hefs
aufgestellten eingehenden Projekten bearbeitet 3 ) 4 ). Es kam in den
neueren Erörterungen sowohl die alte südlichere Route über
Bielefeld, die für die Weser die direktere ist, wie die nördliche
Route über Osnabrück in Frage. Auch die Allerkanalisation, die
die gerade Fortsetzung der Mittellandkanalroute von der Ohre her
etwa ab Gifhorn bilden würde, wurde wieder erörtert. Da die
Mittellandkanalprojekte 1865 aussichtslos wurden, ist auch noch
eben vor dem Kriege eine interne hannoversche Kleinverbindung von
der Aller nach Hitzacker erörtert worden 6 ). In dieser Zeit glaubte
man noch auch Privatkapital zu Kanalbauten heranziehen zu können.
Durch die Ausschaltung Hannovers 1866 vereinfachte sich die
*) Vgl. Westfälischer Anzeiger, XXVI. Bd., Nr. 22, vom 16. März 1816,
Sp. 406, 407. Heinrich v. Treitschke, Deutsche Geschichte im neunzehnten
Jahrhundert, III, Teil, 1903, S. 471; Heinrich Meidinger, Die deutschen
Ströme, IV. Abt., Leipzig 1854, S. 182. Die Lippekanalisierung wurde 1816
beschlossen und 1835 von Wesel bis Lippstadt durchgeführt, s. Meidinger,
II. Abt., S. 37; 1). Reinhold u J. Oltmanns, 1817, S. 52 ; Bremer Staats
archiv. An die Schiffbarmachung der Lippe hat auch schon Friedrich der
Grofse gedacht und Kostenanschläge und Pläne machen lassen, ohne sie gegen
den Widerstand des Bistums Münster durchführen zu können. (Westfäl. An
zeiger, XXVI. Bd., Nr. 4, 13 Jan. 1816, Sp. 51.)
2 ) Jb. d. Hdlsk. i. Bremen f. 1877, S. 45, 1878, S. 49, 1880, S. 22.
8 ) Siehe unter 3 ) aut Seite 146.
4 ) K. Michaelis, Rhein-Weser-Kanal, Berlin 1864; Michaelis und
Hess, Das Projekt des Weser-Elbe-Kanals, Hannover 1871. Sie bearbeiteten
auch den Entwurf 1880—81. Über die Anregungen 1856 ff., H. Keller, Weser
und Ems, IV. Bd., S. 558; G. Z öp fl, Mittelländische Verkehrsprojekte, Berlin 1895,
62, 97 u. i. f.
6 ) W. Mylius, Die Schiffbarmachung der oberen Aller und deren Ver
bindung mit der Elbe, Celle 1866.
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