Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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auf Hannover, sondern nahm auch nach Mecklenburg etc. an, nach 
Hamburg nahm das Stadtpostamt, das hannoversche Postamt und 
das thurn- und taxissche Postamt an. Nach England konnte man 
auch über Frankreich mit Thurn und Taxis senden usw. Der 
Schachzug war der, dafs Bremen Taxis dahin zu bringen suchte, die 
preufsische Post aufzugeben und 1823 sehr energisch kraft staat 
lichen Oberaufsichtsrechts dem taxisschen Postmeister die fernere 
Übernahme der preufsischen Post verbot. Das kam trotz seiner 
schroffen Form den preufsischen Interessen entgegen, da man schon 
lange ganz gern den früheren Zustand wiederhergestellt hätte, weil 
seinerzeit die Übertragung des preufsischen Postamts in Bremen an 
Taxis ein Kompensationsobjekt gewesen war. Preufsen liefs sich 
daher in Verhandlungen mit dem nach Berlin geschickten Stadt 
postmeister Dr. Wichelhausen ein und übertrug ihm, um seine Post 
nicht mit Ablauf des von Bremen Taxis gestellten Termins obdach 
los werden zu lassen, die preufsische Post. 1 ) Taxis konnte gegen 
das Faktum nichts ausrichten. Man besafs an der preufsischen Post 
jetzt wieder einen Einflufs nach dem Innern, mit dem man Benach 
teiligungen steuern konnte. 
Die oldenburgische Post wurde 1817 auf Rechtsboden gestellt 
und dem bremischen Postamt die Besorgung übertragen. 8 ) Auf der 
Route nach Hamburg war eine hamburg-hannoversche Kommunion 
post entstanden. 3 ) 1818 kam es mit Hannover zu einer Verein 
barung, nach der es dem Stadtpostamte gestattet wurde, Briefpakete 
mit den hannoverschen Posten über Kuxhaven nach England zu 
senden und von dorther zu empfangen; Hannover erhielt S U und 
Bremen des Portos, während Hannover allein die Beförderung 
übernahm. Hannover konnte nach dieser Übereinkunft Briefe für 
England annehmen und verteilen. 4 ) Tatsächlich erhielt es nur sehr 
wenig Briefe. Es gelang dem bremischen Postdirektor, einen direkten 
Kartenschlufs mit der englischen Postverwaltung zu vereinbaren. 
!) Vertrag mit Preufsen vom 12. Dezember 1823. 
,J ) Verträge mit Oldenburg vom 25. März 1817 und 23. Februar 1831. 
3 ) Vertrag zwischen Bremen und Hamburg vom 4,/6. Februar 1815. 
Bremen verzichtete auf die Kommunionfahrpost zwischen Bremen und 
Hamburg in dem Vertrage vom 23. April 1851 mit Hannover, das sich ver 
pflichtete, keine höhere als die inländische Taxe auf dieser Route in Anwen 
dung zu bringen, auf die Transitgebühr Bremen-Bremerhaven des Vertrages 
von 1846 (im folg.) zu verzichten, und eine unmittelbare Postverbindung Bremen- 
Vegesack ohne Beanspruchung einer Transitgebühr zu genehmigen. 
*) Vertrag vom 14. Dezember 1818. 
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