Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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bestehenden,  unter  die  Weserschiffahrtsakte  fallenden  zweiundeingeführt

  wurde,  ist  diese  Zahlung  auf  das  doppelte  erhöhet,  und  dadurch  der
Erwerb  der  Schifter  so  vermindert  worden,  dafs  sie  von  ihrem  Geschäft  nicht
mehr  leben  können.  Dafs  die  Zölle,  besonders  von  Wein,  Rumm,  Häuten  und
mehrere  andern  Waaren  nicht  richtig  bezalt  werden  konnten,  haben  wir  in
unsern  früheren  unterthänigsten  Berichten  aufrichtig  angezeigt,  so  wie  es  auch
dem  Hohen  Cammer  Collegio  wohl  bekannt  war.  Vor  mehrern  Jahren  liefsen
einige  Mitglieder  desselben  bey  ihrer  Durchreise  hier  die  Schiffer  Bauermeister
und  Basilius  zu  sich  kommen,  um  über  die  Verhältnisse  der  Schiffahrt,  der
Zölle,  des  Wasserbaues  und  dergl.  Auskunft  zu  geben.  Diese  haben  mit  aller
Offenherzigkeit  ausgesagt,  wie  viel  sie  an  Zöllen  und  Geschenken  bezalten,  auch
die  Gründe  angeführt,  warum  eine  richtige  Angabe  unmöglich  sey,  worauf  sie
zur  Antwort  erhielten,  sie  mögten  nur  vorläufig  bey  der  bisherigen  Gewohnheit
bleiben,  bis  andere  Einrichtungen  getroffen  würden.“  (Bremer  Handelskammer,
Arch,  Coli.  Sen.)  Vgl.;  Schreiben  des  Bremer  Schiffers  Helmrich  Lubbers  an
Syndikus  Dr.  Heineken  nach  Minden  vom  14.  Februar  1821:  „Ursprüngliche
Entwicklung  eines  Mannes  Namens  N.  Dieser  war  zuerst  Aufwärter  beim  Zoll-Inspector
  Hintze  in  Intschede,  wodurch  derselbe  nach  Verden  als  Zollschreiber
bey  einem  damahls  angestellten  Zoll-Inspector  Pape,  so  vorhero  als  Zoll-Verwalter
  in  Brinkum  gestanden,  empfohlen  wurde,  indem  Hintze  in  denselben
wohl  kein  Zutrauen  setzte  —,  Der  Zoll-Insp.  Pape  zu  schwach  an  Geist,  vertraute ­
  oben  genannten  zu  viel,  wodurch  derselbe  mehrere  Geheimnisse,  NB.  seyen
es  erlaubte  oder  unerlaubte,  zu  seiner  künftigen  Laufbahn  bemerkte,  auch
Gelegenheit  fand,  mit  allem,  was  in  Zollangelegenheiten  zwischen  Zollbedienten  und
Schiffer  sich  ereignete,  sich  vertraut  zu  machen,  welches  derselbe,  sobald  sich  die
Gelegenheit  nur  darbot,  auch  benutzte,  indem  derselbe  sachte  sich  bey  den
Schiffern  so  in  Autorität  zu  setzen,  weil  sein  Principal  ihm  alles  anvertraute,
dafs  sämtliche  Schiffer,  vor  nachsichtliche  Behandlung  aufserordentlich  Contribuiren
  mufsten.  Durch  diese  Quelle  eröffnete  derselbe  eine  neue,  nemlich  er
liefs  sich  einen  Schiffs-Bullen  verfertigen  mit  allem  dazu  nöthigen  Geräth,
worauf  derselbe  einen  Bauern  Namens  Reitman  als  Schiffer  ansetzte  und  selben
instruirte,  dafs  er  nicht  allein  Ladung  nach  Celle  für  billige  Fracht  transportirte,
sondern  auch  von  Celle  retour,  wodurch  er  sich  mit  den  damit  verbundenen  Vortheilen ­
  der  Zollbedienten  wie  der  Schiffer  bekannt  machte,  und  alles  dieses  ihm,  den
N  ..  anzeigte,  so  wie  nun  derselbe  mit  allen  oben  erwähnten  Vortheilen  sich  völlig
überzeugt  hatte,  machte  derselbe  eine  Reise  nach  London,  wozu  die  mehrere
Schiffer  (freywillig  oder  gezwungen,  wie  man  es  nehmen  will;)  Conlribuiren
musten.  Nachdem  derselbe  sich  nun  ganz  in  die  Engl,  Monopol
(die  englischen  Kanalgesellschaften?)  einstudirt,  reifsete  er  wieder
nach  Verden,  und  drängte  sich  seinem  vorherigen  Brodherrn  wieder
auf,  der  leider  zu  schwach  um  es  einzusehen  wie  gefährlich  derselbe
für  Zollbedienten  und  Schiffer  werden  konnte,  und  so  suchte  derselbe  sich
immer  noch  mehr  Kenntnisse  zu  sammeln  um  seine  Intrikanten  Pläne  desto
sicherer  zu  gründen.  Ehe  ich  weiter  schreibe,  mnfs  ich  bemerken,  dafs  die
damalige  Churfürstliche  Hannov.  Regirung  schon  alles  aufgebothen,  die
Schiffahrt  zwischen  Celle,  Hannover  und  Münden  nur  allein  durch  Hannoverische
Schiffer  betreiben  zu  lassen,  und  sogar,  um  diesen  Zweck  zu  erreichen,  ihren
emländischen  Schiffern  nach  Celle  und  Hannover  die  halbe  Zoll-  und  Schieisen-
            
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