Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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auf elf reduziert, nämlich Giefselwerder, Lauenförde, Beverungen, 
Holzminden, Hameln, Rinteln, Erder, Minden, Stolzenau, Dreye 
auch keinen gehofften Vortheil dabey fanden, durch N. . . und Holtmann & Comp, 
wieder aus der Comp, gelassen, mit einem ansehnlichen Verlust an Schiff und 
Inventarium, so Holtmann & Co. zu Theil wurde. Der vorerwähnte Vertrag, 
welcher aber leider nicht von langer Dauer, sondern durch alle mögliche 
Intriguen des N. . . & Consorten gestört wurde und daher die Aufmerksamkeit 
der Bremer Schiffer nach sich zog, die denn auch bald bemerkten, dafs nun 
eine Höllen Maschiene angesetzt, die das gänzliche Verderben der Bremer Schifter 
zum Grunde hatte, und hier zum Beweis angeführt ist, wie folgt. Es liefs 
nemlich N. . ., dem das Zollwesen anvertrauet, die Hannöv. Schiffer, namentlich 
Holtmann & Comp., so auch eine nicht unbedeutende Weinhandlung in Celle 
etablirt, Defrautiren, im Jahr 1804 183, 43/2 Oxh. Wein, 15 Oxh. Rum, 1 ‘/j Oxh. 
fr. Brandwein, 4 1 /» Oxh., 4 Ohm, 2/2 Anker Essig, im Jahr 1805 durch Steuer 
mann Lübbers in Isenberg im Frühjahr 68 Oxh. Wein, 1 Geb. Rum, 1 do do so 
für Wein angegeben, nicht allein unverzollet einpassiren, sondern war Mithelfer, 
dafs auch diese Quanten nnveracciset in Celle eingeführt worden. 251, 43/2 Oxh. 
Wein a/Oxh. 12 o/f Cmz. beträgt die Defraute 3282 Cass.-Mtz., 17 Oxh. Rum 
a/Oxh. 32 o/f beträgt die Defr. 544 of Cass.-Mtz., 1 */a Oxh. Brandwein a/32 atf 
beträgt 48 «/f Cass.-Mtze., so beträgt der Zoll so defrautirt 386 o/f 21 Mgr. Cm., 
die ganze Defraute betrug 4260 of 21 Mgr, Cm. Wie nun diese entdeckt 
worden, so wurde solches den Herrn Holtmann & Consorten im Herbst vor 
gelegt mit dem andeuten, dafs wenn man den Bremer Schiffern die ihnen von 
rechtswegen zukommenden Rechte nicht angedeihen liefse, man solches Ver 
fahren gegen die Bremer Schiffer der Königlichen Regirung ohne weiteres 
Zögern anzeigen würde. Hierauf wurde im künftigen Frühjahr eine förmliche 
Reihe und Compagniefahrt zwischen Hannov. und Bremischen Schiffern ab 
geschlossen, woselbst N. . . in allen den folgenden Handlungen gute Dienste 
geleistet NB. betreffend Defrauten. Sobald nun eine förmliche Comp, zwischen 
der Geller Comp. Schiffern und den Bremern eingericht, und mit allem Beyfall 
der Wohllöblichen Kaufmannschaft betrieben wurde, wodurch einem gewissen 
Haupt, so der Zeit am Comptoir der Holtmannschen Comp, als Comptorist 
arbeitete, die Correspondenz übertragen wurde, so wurde dahin gearbeitet, dafs 
nach und nach zwischen den Bremer Schiffern eine disharmonie sich einstellte, 
die den am Ende dazu hinführte, dafs N. . . den Haupt als Sachwalter von 
der Holtmannschen Comp, nach Bremen versetzte, wodurch nach und nach der 
schöne Verein zerstört und gänzlich aufgelöset wurde, und aus einer Comp. 
Fahrt wieder eine Reihe Fahrt gebildet wurde, unter dieser Zeit fand nun 
Haupt Gelegenheit, sich mit allen Schiffahrtsangelegenheiten bekannt und 
bey der Kaufmannschaft beliebt zu machen, suchte auch alle Vortheile, so durch 
Getreide und Engl. Amatur Fahrt nach Celle und Hannover sowie nach Münden 
sich ereigneten, der Holtmannschen Comp, in die Hände zu arbeiten, was auch 
noch jetzo geschiehet, so dafs die Bremer Schiffer mehrst gänzlich davon aus 
geschlossen worden und nur mit grofser Mühe und nach Forschung zu Zeiten 
einen Brodsamen davon erhalten. So wird den auch eben so die Sache in Celle 
und Hannover betrieben und man bekümmert sich wenig um eine Reihe Fahrt 
(die von hier aus doch mit aller Pünktlichkeit in Betreff der Kaufmannsgüter 
nach Billigkeit und recht unter beyde Theile vertheilt werden), sondern man
	        
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