Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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eingeführt  wurde,  also  seit  1847,  liegen  auch  genauere  Zahlen  für
die  zu  Lande  einkommenden  Waren  vor  und  Scheidung,  allerdings
nur  nach  Ländern.
Eine  gute  Vorstellung  von  der  Bedeutung  der  Plätze  gibt
dann  das  Zollmaterial;  die  Charakterisierung  als  Steuer-  oder
Zollvereinsniederlage,  als  Hauptsteueramt  etc.  zeigt  an,  welche
Funktion  der  Platz  zu  erfüllen  hat,  es  ergibt  sich  auch  zusammen
mit  dem  Material  der  Güterbestederbezirksplätze,  die  oft  in  grofser
Menge  dicht  nebeneinander  liegen,  während  sonst  nur  einige  wenige
grofse  Plätze  herausgehoben  sind,  in  welcher  Weise  die  Gegend  und
Bremen  mit  der  Gegend  arbeitet.  Es  handelt  sich  dabei  um
direkten  Verkehr  mit  Detaillisten,  wie  in  der  bremischen  Umgegend,
der  zumeist  durch  eigenes  und  Botenfuhrwerk  ohne  den  Besteder
sich  vollzieht,  auch  um  Kleinverkehr  nach  dem  Lippischen  etc.,  und
um  Eigenart  des  Landes,  das  kleine  Zentren  begünstigt,  wie  im
Harz  und  Thüringen.
Die  Grenzzollplätze  zeigen  nochmals  das  Bild  der  Strafsen,  auch
nach  der  Rangabstufung  in  ihrer  wirtschaftlichen  Bedeutung.  —
Der  Frachtverkehr  ist,  sobald  die  Chausseen  aufkommen,  was  in
unserer  Gegend  sehr  spät,  zuerst  durch  Napoleon 1 ),  im  deutschen
Südwesten  dagegen  nach  dem  Vorgang  Frankreichs  schon  seit  der
Mitte  des  achtzehnten  Jahrhunderts 2 )  geschah,  von  diesen  abhängig,  und
Heineken,  6.,  S.  114;  (J.  Smidt),  S.  472;  v.Bippen,  G,  III.  Bd.,  S.  259.—  Zur
Geschichte  und  zum  Umfang  der  heutigen  industriellen  und  kaufmännischen
Bremer  Firmen  ist  seit  kurzem  das  Werk:  Der  Staat  Bremen,  Berlin  1907  ff.
im  Erscheinen.  Z.  Vgl.  m.  fr.  Jules  Huret,  En  Allemagne  (Le  Figaro,  1906,
27.  juillet),  L,  Paris  1907,  II.,  1908,  p,  71,  118,  170.  —  Als  Hauptartikel  der  Seeausfuhr ­
  werden  bei  August  Engel,  Weserbuch,  1845,  S.  129,  zusammengefafst:
deutsche  Manufakturwaren,  Glas-  und  Eisenwaren,  Nürnberger  Waren,  Bergwerksprodukte, ­
  Getreide,  Lebensmittel  und  Spirituosen.  Vgl.  a.  die  Waren,  die
speziell  mit  der  Binnenschiffahrt  nach  Bremen  kommen  a.  a.  O.
’)  Vergl.  dazu  Georges  Ser  vieres,  L’Allemagne  francaise  sous
Napoleon  1er,  Paris  1904,  p.  459  ff.  In  Oldenburg  sagte  der  Präfekt  von
Keverhorgin  seiner  Proklamation  vom  28.  Februar  1811:  „Vos  pretendues  routes,
aujourdhui  l’effroi  du  voyageur,  sans  cesse  retarde  dans  sa  course  et  partout
entoure  de  dangers,  feront  place  ä  des  Communications  faciles  et  commodea.“
Straokerjan,  Zeitschr.  f.  Verw.  und  Rspfl.  i.  G.  Oldenburg,  Bd.  V.,  S.  143;
Napoleons  Hauptwerk  war  die  grofse  Strafse  von  Wesel  nach  Hamburg.  S.  a.
vorhin.  Meidinger,  Die  d.  Ströme,  III.  Abt.,  S.  31.;  H,  Meyer,  in  Niedersachsen, ­
  Jahrg,  1896/97,  S.  234  ff.;  Duntze,  G.,  IV.  Bd.,  S.  807.  Zu  den  ältesten
Chausseen  im  südlichen  Hannover.  A.  H.  du  Plat,  Situationsrisse  d.  neuerbauten ­
  Chauss.  d.  Ch.  Br.—Lüneburg,  Hann.  1785;  W.  Lotze,  S.  321.
2 )  Namentlich  interessant  die  Werke  von  F.  J.  Bär:  Chronik  über
Strafsenbau  und  Strafsenverkehr  in  d.  Grofsh.  Baden,  Berlin  1878,  und  Die
Wasser-  und  Strafsenbauverwaltung  in  d.  Grofsh.  Baden,  Karlsruhe  1870.
            
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