Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Anmerkungen:
a)  Die  Versendungen  sind  nach  den  Bezirken  der  Bremer  Reiheschiffahrtsgesellschaften  disponiert,  doch  sind,
wenn  gelegentlich  die  eine  Gesellschaft  Waren  für  Orte  einer  anderen  Gesellschaft  mitgenommen  hat,  soweit  Anm.  1  in  Frage
kommt,  diese  dem  Bezirk  der  zuständigen  Gesellschaft  zugezählt  worden.  Wegen  der  Verschiebungen  zwischen  den  Bezirken
bis  1847  ist  namentlich  zu  bemerken,  daß  Karlshafen  1816  bis  1818  und  1821  bis  1831  (1832  Karlshafener  Verein)  bei  der
Mündener  Abteilung,  1819  und  1820  und  seit  1833  bei  der  Hamelner  Abteilung  war,  daß  die  ältere  Grenze  zwischen  der
Mündener  und  Hamelner  Abteilung  vor  1833  zwischen  Höxter  und  Lauenlörde—Beverungen  lag,  in  der  Zeit,  wo  Karlshafen
bei  Hameln  war,  die  Mündener  Güter  separat  liefen,  und  daß  die  Hameln—Mindener  Grenze  1833  von  den  Grenzplätzen
Erder  und  \  lotho  auf  Hameln  und  Oldendorf  verschoben  wurde.  1844  ist  angegeben:  Münden  incl.  Holzminden,  Karlshafen
incl.  Hameln.  Die  separate  kleine  Börtfahrt,  die  sich  auf  der  bei  der  Aufstellung  des  Weserschiffahrtsregulativs  1815/1822
unberücksichtigt  gelassenen  unteren  Strecke  in  der  späteren  Zeit  selbständig  ausgebildet  hatte,  umfaßte  die  Ladeplätze:
Thedinghausen,  Verden,  Hoya,  Nienburg,  Stolzenau  und  Gernheim.  Sie  figuriert  in  den  Listen  als  solche  1837  und  1838  und
von  1841  incl.  ab;  1839  und  1840  wird  die  Fahrtals  Außerreihe-  oddr  andere  Schiffer  bezeichnet.  Die  Westfälische  Schiffergesellschaft, ­
  die  nach  der  Krise  1831  sich  von  der  Bremer  Schiffahrtsdirektion  abspaltete,  wird  als  solche  seit  1833  bezeichnet,
1832  heißt  die  Opposition  Rolff  &  Co.,  Krimmeiberg,  Güse  &  Co.  Sie  hat  sich  im  allgemeinen  auf  die  Konkurrenz  nach  dem
Mindener  Bezirk  beschränkt,  1832  tritt  sie  auch  im  Hamelner,  1838  mit  geringen  Mengen  im  Mündener  und  Hamelner  Bezirk
auf.  Seit  1840  incl.  kommt  im  Mindener  Bezirk  noch  eine  weitere  Konkurrenz,  die  in  Vlotho  domizilierte  Ravensberger
Schiftergesellschaft  hinzu.  In  dem  Krisenjahr  1832  hat  auch  noch  der  Karlshafener  Verein  ein  halbes  Jahr  lang  bestanden  und
sich  dann  wieder  der  Bremer  Direktion  angeschlossen.  Vor  1831  bestand  nur  eine  Reiheschiffahrtsorganisalion,  die  Bremer
Direktion  des  Weserschiffahrtsregulaiivs  von  1815/22,  die  in  fünl  Abteilungen  oder  Schilfergesellschaften:  nach  Münden  etc.,
Hameln  etc.,  Minden  etc.,  Celle,  Hannover  geteilt  war.  Die  seit  den  Difierenzen  1831/32  konkurrenzierte  Abteilung  Minden
der  Bremer  Direktion  verlud:  1833:  (1)  330UU  dz,  1834;  (1)  35250  dz,  1835:  (1)  38  636  dz,  1836:  (1)  36636  dz,  1837:  (1)  46100  dz,
1838:  (I)  49798  dz,  1839:  (1)  46057  dz,  1840:  (1)  35852  dz,  1841:  (l)  39973  dz,  1842:  (I)  25760  dz,  1843:  (1)  26  424  dz,  1844:
(1)  26  430  dz,  1845;  (1)  26  799  dz,  1846:  (1)  26217  dz  bzw.  (8)  26  804  dz,  1847:  fl)  22  467  dz  bzw.  (8)  33  374  dz;  1845  werden  im
Mindener  Bezirk  als  unter  bremischer  Assekuranz  befördert:  (8)  2261  dz  [und  (8)  26  804  dz  als  Bremer  Direktionsfuhr],
(8)  29  184  dz  als  unter  westfälischer  Assekuranz  befördert,  1846  bezw.  1847  (8)  25713  dz  bezw.  (8)  44  991  dz  als  unter  bremischer,
(8)  26823  dz  bezw.  (8)  21651  dz  als  unter  westfälischer  Assekuranz  befördert  bezeichnet.  1832  verluden  die  Hamelner  und  die
Mindener  Abteilung  der  Bremer  Direktion  zusammen  in  beiden  Bezirken:  (1)  12  527  dz,  1838  die  Mündener  Abteilung  der
Bremer  Direktion:  42002  dz,  die  Hamelner  Abteilung  der  Bremer  Direktion:  34  287  dz.  Nach  den  Plätzen  von  der  Allermündung
bis  vor  Minden  ist  nur  durch  Außerreiheschiffer  bezw.  nachher  die  separate  Börtfahrt  verladen  worden.  Der  Betrag  der
Gesamtverladung  der  Bremer  Reiheschiffahrtsdirektion  ist  1832:  (1)  153319  dz,  1833;  (i)  165000  dz,  1834:  (I)  164850  dz,  1835:
(1)  166950  dz,  1836:  (1)  137724  dz,  1837:  (1)  176  648  dz,  1838:  (1)  160077  dz,  1839:  (1)  141  628  dz,  1840:  (1)  161873  dz,  1841;
(1)  187  000  dz,  1842:  (1)  201  178  dz,  1843:  (l)  191  191  dz,  1844:  (1)  173  316  dz,  1845:  (t)  187  041  dz,  1846:  (1)  156  057  dz,  1847:
(1)  173282  dz  bzw.  (8)  165  053  dz.  Die  Bremer  Oberländische  Schiffahrts-Direktion  und  Deputa  ion  hat  sepaiate  Listen  für
ihre  Gesellschaften  bzw.  die  Konkurrenzgesellschaften  und  die  neuerdings  durch  die  Bahnschienenauffunr  und  zeitweise
Getreideaulfuhr  stark  anschwellende  Außerreihefahrt  geführt.  Als  Reihegüter  gelten  die  Kaufmannswaren  und  regelmäßig
kommende  Güter.
b)  Zusammensetzung  der  Güterbestederbezirke:  I.  Bezirk:  Celle,  Ülzen,  Soltau,  Dorfmark,  Burgdorf,  Peine,  —
Braunschweig,  Wolfenbüttel,  Helmstedt,  Schöningen,  —  Leipzig,  —  Dresden,  Wurzen,  Oschatz,  Meißen,  —  Chemnitz  und
benachbarte  Manufakiurörter,  —  Alienburg,  Schmölln,  Gera,  Adorf,  Ronneburg,  Zwickau,  Greiz,  Schleiz,  Piauen,  Oelsnitz,  Hof,—
Preußen,  vornehmlich  Halberstadt,  Quedlinburg,  Magdeburg,  Berlin,  Halle,  Eisleben,  Naumburg,  —  Harz,  vornehmlich  Goslar,
Klaustal,  Osterode,  Gandersheim,  Elbingerode,  Blankenburg,  nannov.  Zoll  (dieser  Harzteil  und  Österreich  werden.,  bis  lc34
zum  Ii.  Bezirk  gerechnet),  —  Nordhausen,  Sondershausen,  Sangerhausen,  Frankenhausen,  —  Schlesien,  Böhmen  und  Österreich
(Prag,  Wien),  —  Hamburg  und  Umgegend,  Lübeck,  —  Bremerhaven,—  Bremer  Umgegend  innerhalb  6  Meilen;  —  II.  Bezirk;
Hoya,  Nienburg,—  Hannover,  Hildesheim,  —  Einbeck,  Göttingen,  Münden  bis  Kassel,  —  Frankfurt  a.  M,,  Offenbach,  Hanau,  —
Eisenach,  Schmalkalden  etc.,  —  Eichsfeld,  Mühlhausen  etc.,  —  Gotha,  Erfurt,  —  Arnstadt,  Thüringer  Wald,  —  Weimar,  Rudolstadt,
Saalfeld  etc.,  —  Meiningen,  Schweinfurt,  Würzburg  etc.,  —  Hildburghausen  bis  Koburg,  —  Bamberg,  Nürnberg  etc.;  —
111.  Bezirk:  Wunstorf,  Bückeburg,  Rinteln,  Rodenberg  etc.,  —  Hameln,  Pyrmont,  ins  Lippische,  Herford,  Bielefeld,  Uchte,
Minden,  Vlotho,  —  Diepholz,  Lemförde,  Bohmte  etc.,  —  Osnabrück,  ßramsche,  Lengerich  etc.,  —  Meile,  Neuenkirchen,
Dissen  etc.,  —  Iburg,  Glandorf,  Telgte,  Münster  und  Warendorf,  —  nach  dem  Bergischen,  namentlich  Elherfeld  und  der
Rheingegend,  —  Wildeshausen,  Kloppenburg,  Löningen  etc.,  —  Oldenburg,  Varel,  Jever  etc.  und  Ostfriesland.
c)  Die  Angaben  sind  aus  einer  ungenauen  Güterbestedertabelle,  die  in  dem  Jahre  der  grundlegenden  Reform  1818
für  das  vorhergehende  Jahr  aufgestellt  wurde  (Handelskammer  in  Bremen,  Arch.  Coli.  Sen.  C.  48  a  (1),  entnommen.  Die
Zahlen  bedeuten  das  von  den  Güierbestedern  als  Frachtmakler  verladene  Gut.  Die  Besteder  machen  daneben  noch  Angaben
über  das  ohne  ihre  Vermittlung  auf  Anweisung  von  auswärts  etc.  verladene  Gut.  und  zwar  bezeichnen  sie  im  ersten  Bezirk
5421  dz  ca.,  im  dritten  Bezirk  1158  dz  ca  von  ihnen  vermitteltes  Gut  als  die  Hälfte  des  faktisch  verschickten  Gutes,  11  507  dz
ca.  im  ersten  und  11088  dz  ca.  Bestedergut  im  zweiten  Bezirk  als  dreiviertel  des  faktischen,  bei  2322  dz  ca.  im  ersten,  1380  dz
ca.  im  zweiten,  2563  dz  ca.  im  dritten  Bezirk  setzen  sie  hinzu:  weit  mehr,  bei  764  dz  irn  zweiten  BezLk  steht  keine  Bemerkung'-Die
  Zahlen  bleiben  sehr  gering:  6579  dz  als  Hälfte,  22  595  dz  als  dreiviertel,  6265  dz  mit  der  Bezeichnung  weit  mehr,  764  ohne
Bernerkung,  auch  wenn  man  die  damals  eintretende  Verschiebung  von  Fmßumschlag  auf  weitreichenden  Chausseeachsverkehr
und  die  primitive  Schätzungsweise  dieser  ersten  Tabelle  nach  vierspännigen  Wagen  ä  16  Pfundschwer  und  bisher  gänzlich
fehlender  Kontrolle  über  das  frei  vermittelte  Gut  berücksichtigt.  Die  Besteder  bekamen  in  den  Reformjahren  die  Garantie  als
alleinige  Frachtmakler  irn  Frachtfuhrwerk,  bzw.  unter  Exemtion  nur  der  Anweisungen  von  außen  und  unter  Einführung  von
Sondergebuhren  die  Kontrolle  über  alles,  nicht  bloß  das  von  ihnen  als  Frachtmakler  vermittelte  aus  Bremen  gehende  F  uhrgut
außer  dem  örtlichen  Kleinverkehr  mit  eigener  Fuhre,  worauf  dann  die  folgenden  rechnungsmäßigen  Listen  beruhen.
d)  Davon  nach  Thedinghausen  ca.  3000  dz,  nach  Verden  ca.  4500  dz,  nach  Hoya,  Nienburg  etc,  ca.  5400  dz,
Stolzenau  ca.  12000  dz,  Gernheim  ca.  2550  dz  (1).
e)  Incl.  auf  20000  dz  ca.  geschätzten  Nachbarschaftsverkehr  bis  zu  6  bis  8  Meilen  mit  eigenem  Gespann  außer
der  Kontrolle  der  Besteder.
            
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