Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

kräftigen Residenzstadt Hannover und Bremen, was bei eintretender 
Rivalität von Vorteil war. Eine westlichere Haltung des Südweges, 
wenn nur einer zustande kam, war dadurch von vornherein gesichert. 
Der direkte Umweg des durchgeführten Eisenbahnweges Bremen— 
Verden—Wunstorf—Hannover, der auch noch die Mindener Strafse aus 
schaltete, ist ein ebenso grofser. Daneben stellen einige Broschüren 
radikale Projekte auf. Eins betrifft den Bau einer Bahn von 
Hannover nach Bederkesa zum Anschlufs an den damals dort 
geplanten Kanal zwischen Weser und Elbe, unter Nichtduldung 
direkter Bahnen von Bremen und Hamburg aus. 1 ) Ähnlich war 
das Projekt, Stade zum hannoverschen Seehafen zu machen. Es 
sollte eine Bahn gebaut werden von Stade nach Celle mit einer 
Abzweigung auf Bremen und von Celle auf Hannover und Braun 
schweig. Dem Bremer Senat gegenüber kolorierte der Verfasser den 
Plan damit, dafs er von der Voraussetzung ausging, das Einsegeln 
in die Weser und den Bremerhaven sei schwieriger und langweiliger, 
als in die Elbe, sodafs eine Eisenbahnverbindung mit Stade 
auch in Bremens Interesse liege. * 2 ) Es gibt noch eine weitere 
Kategorie, bei der nicht wirtschaftliche Verschiebungen, sondern 
Ersparungen beabsichtigt sind, indem nicht wirtschaftlich 
funktionierende tote Knotenpunkte eingeschoben werden, um Linien 
zusammenzulegen. Es gehört dazu ein Mangel an der Vorstellung 
eines engen Netzes, der diesen Anfangszeiten eigentümlich ist. Es 
ist hierher noch eine zusammenfassende Route zu erwähnen, die 
List im Aufträge von Interessenten entworfen hat, 3 ) und die einen 
*) E. Peschau, Über die Hannoversche Eisenbahn, oder Vorteile 
einer Eisenbahn direkt von Hannover über Walsrode, Rothenburg, Zeven und 
Bremervörde nach Bederkesa, Hannover 1834; ders., Denkschrift des Fleckens 
Bederkesa an die allgemeine Ständeversammlung, die Anlegung und Richtung 
der Hannoverschen Eisenbahn betreffend, Hannover 1835; Böse, Dr. Pcschau 
und sein Rezensent Hermes, oder die Eisenbahn und sonst noch Allerlei, 
Hannover 1835. Vgl. a. Hannoversche Landesblätter 29, Mai 1835. Bremer 
Staatsarchiv. 
2 ) Schreiben des Verfassers Major Dr. W. Müller in Stade und das von 
ihm beigefügte Exemplar seiner Chorographischen Karte mit der hand 
schriftlich eingezeichneten Linie, Protokoll des Bremer Eisenbahn-Komitees 
vom 9. Okt. 1835. Bremer Staatsarchiv. Sammlung verschiedener Ansichten 
über Eisenbahnen usw. im Hannoverschen, Bremer und Hamburger Handels- 
Interesse, herausgegeben von einem Mitgliede der Hannoverschen Stände 
versammlung, Bremen 1836, S. 77. 
3 ) Brief Lists vom 12. Jan. 1835 an Bürgermeister Smidt. (Bremer Staats 
archiv); (Taylor), Remarks on the proposed rail-way, 1835, part. II, p. 8, 81, 
83, Polemik gegen die im Eisenbalmjournal gegebene Ansicht.
	        
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