kräftigen Residenzstadt Hannover und Bremen, was bei eintretender
Rivalität von Vorteil war. Eine westlichere Haltung des Südweges,
wenn nur einer zustande kam, war dadurch von vornherein gesichert.
Der direkte Umweg des durchgeführten Eisenbahnweges Bremen—
Verden—Wunstorf—Hannover, der auch noch die Mindener Strafse aus
schaltete, ist ein ebenso grofser. Daneben stellen einige Broschüren
radikale Projekte auf. Eins betrifft den Bau einer Bahn von
Hannover nach Bederkesa zum Anschlufs an den damals dort
geplanten Kanal zwischen Weser und Elbe, unter Nichtduldung
direkter Bahnen von Bremen und Hamburg aus. 1 ) Ähnlich war
das Projekt, Stade zum hannoverschen Seehafen zu machen. Es
sollte eine Bahn gebaut werden von Stade nach Celle mit einer
Abzweigung auf Bremen und von Celle auf Hannover und Braun
schweig. Dem Bremer Senat gegenüber kolorierte der Verfasser den
Plan damit, dafs er von der Voraussetzung ausging, das Einsegeln
in die Weser und den Bremerhaven sei schwieriger und langweiliger,
als in die Elbe, sodafs eine Eisenbahnverbindung mit Stade
auch in Bremens Interesse liege. * 2 ) Es gibt noch eine weitere
Kategorie, bei der nicht wirtschaftliche Verschiebungen, sondern
Ersparungen beabsichtigt sind, indem nicht wirtschaftlich
funktionierende tote Knotenpunkte eingeschoben werden, um Linien
zusammenzulegen. Es gehört dazu ein Mangel an der Vorstellung
eines engen Netzes, der diesen Anfangszeiten eigentümlich ist. Es
ist hierher noch eine zusammenfassende Route zu erwähnen, die
List im Aufträge von Interessenten entworfen hat, 3 ) und die einen
*) E. Peschau, Über die Hannoversche Eisenbahn, oder Vorteile
einer Eisenbahn direkt von Hannover über Walsrode, Rothenburg, Zeven und
Bremervörde nach Bederkesa, Hannover 1834; ders., Denkschrift des Fleckens
Bederkesa an die allgemeine Ständeversammlung, die Anlegung und Richtung
der Hannoverschen Eisenbahn betreffend, Hannover 1835; Böse, Dr. Pcschau
und sein Rezensent Hermes, oder die Eisenbahn und sonst noch Allerlei,
Hannover 1835. Vgl. a. Hannoversche Landesblätter 29, Mai 1835. Bremer
Staatsarchiv.
2 ) Schreiben des Verfassers Major Dr. W. Müller in Stade und das von
ihm beigefügte Exemplar seiner Chorographischen Karte mit der hand
schriftlich eingezeichneten Linie, Protokoll des Bremer Eisenbahn-Komitees
vom 9. Okt. 1835. Bremer Staatsarchiv. Sammlung verschiedener Ansichten
über Eisenbahnen usw. im Hannoverschen, Bremer und Hamburger Handels-
Interesse, herausgegeben von einem Mitgliede der Hannoverschen Stände
versammlung, Bremen 1836, S. 77.
3 ) Brief Lists vom 12. Jan. 1835 an Bürgermeister Smidt. (Bremer Staats
archiv); (Taylor), Remarks on the proposed rail-way, 1835, part. II, p. 8, 81,
83, Polemik gegen die im Eisenbalmjournal gegebene Ansicht.