Object: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Hannover bildet heute das Vorzentmm von Bremen. Bremen 
ist mit einer Stichbahn daran angeschlossen, statt dafs es früher 
selber Zentrum war. Die einzige ziemlich selbständige Strecke ist 
die auf Berlin. Es kann eine Dezentrierung, bezw. eine stärkere 
Zentrierung auf Bremen wieder erfolgen, sobald die Konkurrenzlinien 
wieder Durchgangslinien werden, was mit steigendem Verkehr ein- 
treten würde. Hier ist, trotzdem unser Schnellverkehr eine Herab 
setzung der Zahl der Zentralen bewirkt, eine neue Zentrale des Weser 
landes entstanden, weil sie drei kleinere, die von den Überschneidungen 
der natürlich am Gebirgsrand westöstlich entlang streichenden Strafse 
mit den nord-südlichen abhängige ind, in sich aufgenommen hat, 
und auch von dem östlicheren Braunschweig an sich gezogen hat. 
Interessant ist es, wie wir mit dem wachsenden Verkehr von 
heute und damit, wie einst bei den Naturstrafsen, eintretender 
Demonopolisierung der Strafsen wiederum der alten Strafsen- 
konfiguration näherkommen. Achtzig oder hundert Jahre, nachdem 
die Geller Strafse verlassen worden ist, führt heute wieder eine 
Eisenbahn von Bremen nach Celle, eine allerdings normalspurige, 
aber ohne Schnellzüge gefahrene Lokalstrecke, die aber sofort zu 
Gunsten Braunschweigs Durchgangsbedeutung gewinnen würde, wenn 
der unglückliche Kompromifs Celle—-Lehrte—Braunschweig der direkten 
Strecke weicht, die auch der Geller Allerumschlag entbehrt.*) In 
Westfalen arbeiten heute Projekte, die alle die Nebenbahnen, die 
auf der direkten Strafse Bremen—Frankfurt durch Westfalen liegen, 
durch kurze Zwischenglieder verknüpfen wollen, allerdings über 
Bünde, wohin eine Nebenbahn existiert, während die uralte Strafse 
auf Minden über Bassum-Uchte noch heute gänzlich ohne Bahn 
verbindung ist. 2 ) Die Mindener Strafse von Bremen ist die erste, 
Vgl. a. Jahresb. d. Hdlsk. i. Bremen f. 1867 etc., v. Minden f. 1871, S. 18,19. 
*) Es wird neuerdings von Verhandlungen berichtet. 
2 ) Vgl. Jb. d. Hdlsk. i. Brem. f. 1886, S. 35, 1887, S. 48, 1888, S. 48, 
1889, S. 30, 1892 S. 45, 1893, S. 42, 1894, S. 37, 1901 S. 98 etc.; Jb. d. H. 
v. Minden f. 1887, S. 29,1888, S. 110,1889, S. 27. Wes.-Ztg.; Br. Naehr. (24./7.1908). 
Der Abgeordnete Macoo (Siegen in Westfalen) besprach im preufaischen 
Abgeordnetenhause bei den Verhandlungen über die neue Sekundärbahnvorlage, 
die Mangelhaftigkeit der Verbindung vom Norden nach dem Süden, speziell von 
Westfalen aus. Im Anschlufs daran erschien in der Westfälischen Zeitung 
ein Artikel, den auch die Bremer Zeitungen abdruckten (Bremer Nachrichten 
vom 5. Mai 1907), der das Projekt näher bespricht, das die vor 
handenen Vollbahnen und Nebenbahnen der Strecke Kuxhaven—Lehe—Geeste 
münde — Bremen — Bassum — Rahden — Bünde — Bielefeld — Paderborn—Nüttlar 
Winterberg—Kölbe—Frankfurt, durch die Zwischenglieder Bünde—Bielefeld, 
und Winterberg—Kölbe (statt vorhandener Umwegstreoke) ergänzt und Ausbau 
als Vollbahn vorsieht, auch Anschlufs von Wilhelmshaven—Oldenburg hat, und
	        
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