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Nach der Güterbestedereinteilung scheint von Bremen aus in
der Chausseenzeit keine Güterverladung auf der 6 Meilen kürzeren
Strafse über Paderborn 1 ), vordem über Marsberg—Korbach noch
mehr auf der geraden Linie bleibenden Strafse auf Frankfurt mehr
vorgekommen zu sein. Fr. v. Reden erwähnt sie 1839 immerhin
noch 2 ), obwohl sie keinen Sinn mehr hat, wenn man entweder auf
Landwegen bis Minden, oder aber über Osnabrück oder Hannover
fahren mufs. Die Versendung zu Lande nach Minden war nach den
Güterbestederakten damals auch blofse Ausnahme bei ungünstigen
Wasserständen. Durch die Weserverbindung ist auch nur das Fehlen
der Chaussee erträglich geblieben. 3 )
Preufsen zur Verbindung zwischen Bremen und Minden einen Anschlufs in
Neustadt a. R. zu erhalten. In einer Broschüre äulsert Direktor Hansemann
von der Rheinischen Eisenbahngesellschaft 1842 einmal, Bremen, das nur müh
sam noch in Münster konkurriert, soll nicht gegen den Rhein und Holland
zurückgesetzt, Minden nicht gegen Hannover ausgespielt werden.
Sowohl in den siebziger Jahren wie heute ist zugleich auch der bessere
Verkehr mit Oldenburg und der Jade durch die Nordsüdbahn in Betracht
gezogen.
Vgl. Nachtrag zur Denkschrift über die Anlage der Eisenbahnen von
Hannover nach Bremen und Minden, Aachen 1842; Fr. W. v. Reden, Die Eisen
bahnen Deutschlands, I. Abt., 2. Abschn. 5. Lief., Berlin 1845; S. 2027 ff., 2109;
Die Eisenbahnfrage Oldenburgs und ihre Wichtigkeit in Beziehung auf den
Preufsischen Kriegshafen zu Heppens, Oldenburg 1854, S. 7; Denkschrift über
die Anlage einer Eisenbahn zwischen Bremen, Oldenburg und Brake mit Rück
sicht auf deren Rentabilität, Bremen 1862, S. 4, 6; Westdeutsche Nordsüdbahn,
Bielefeld 1869; W. Liebenow, Eisenbahnkarte von Deutschland, 6. Ausgabe,
Berlin, Verlag des Lithographischen Instituts, 1871; Bremer Zeitung (1868.
8. Juni); Weserzeitung (19. Nov. 1872, 7. Jan, 1873); Die Entstehung und Ent
wicklung der Eisenbahnen im Herzogtum Oldenburg bis zum Jahre 1878,
Denkschrift der Grofsh. Oldenburgischen Eisenbahn-Direktion, Oldenburg 1878,
S. 5—8, 10, 11, 25,^29, 45, 66 ff. Jb. d. Hdlsk. v. Minden f. 1854, S. 17, 1857,
S. 17, 1868, S. 20, 1869, S. 34, 1870, S. 20, 1871, S, 18, 1872, S. 10, 1873,
S. 24, 1874, S. 25, 1879, S. 30, 1881, S. 28, Jb. d. H. i. Brem. f. 1866, S. 45,
1868, S. 54, 1870/73, S. 23.
') Nach Frankfurt über Bassum—Uchte—Minden—Lemgo—Paderborn—
Arolsen—Marburg rechnet v. Reden, Das Königreich Hannover, II Abt, 1839,
S. 316 u. 318, 50 1 /* Meilen, über Syke—Nienburg—Hannover—Northeim-
Kassel—Marburg nach Frankfurt 56 3 /* Meilen.
2 ) v. Roden, Das Königreich Hannover, II. Abt, 1839, S. 318.
8 ) Es mag hier noch nebenbei erwähnt sein: Nachdem die Syker Strafse
ausgebaut war, pflegten um 1830 die Frachtfuhrleute vor Asendorf oder kurz
vor Nienburg durch die Heide auf Stolzenau abzuschlagen, um von da nach
Minden oder über Leese, Loccum und Wiedensahl ins Lippisohe zu gelangen.
Es wird darüber geklagt, dafs die Hannoversche Landdrostei diesen Weg,
der doch vor allem nötig sei, nicht mit unter den zu chaussierenden
Wegstrecken aufführe. Die Fuhrleute könnten den Weg in dem jetzigen
Zustande nicht halten (Archiv Coli. Sen.). In der Tat bezeichnete Gerd Bosse
als Route nach Minden die über Hannover und v. Reden, Das Königreich