Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

— 44 
Harburg angeschlossen werden, da man an eine rege Benutzung 
des Geestemünder Hafens vom Elbeverkehr, Kanalprojekte 1 ) dachte, 
es ist vordem 1853—1854 2 ) und 1856 3 ) die Rede von einem 
Anschiufs von Verden direkt nach Geestemünde mit Umgehung des 
Zollauslands Bremen etc., man glaubte 1845, Bremen werde, um 
Umschlag zu bleiben, den Bahnanschlufs der Bahn von Hannover 
über Bremen nach Geestemünde fürchten und stellte daher bereits 
beim Bahnbau 1847 die Bedingung, dafs der Bahnhof Bremen in 
der Längsrichtung des Stromes gebaut werde, um die Linie bequem 
fortführen zu können. 4 ) 
In Bremen bedauerte man, als schliefslich die Ausführung von 
1862 näherrückte, die im Anschlufs an den Bahnbau Hannover— 
Bremen und weiter wegen der Ocean-Steam-Navigation-Company 
bearbeiteten Projekte einer Bahnanlage nach Geestemünde—Bremer 
haven nicht energischer betrieben zu haben. 
Es war schon in einem der Verträge, die Bremen wegen des 
Bahnbaus 1845 abschlofs, von einer Verlängerung die Rede gewesen, die 
Druck von G. Hunckel, Bremen 1856; Die Oldenburg—Bremer Eisenbahn, Olden 
burg 1862, S. 7. 
J ) Duckwitz, Denkwürdigkeiten, S. 139, 140; Hannovers Seeschifffahrt, 
I. Heft 1853, S. 58 ff.; und in der Erörterung zum Wasserwesen. 
2 ) Hannovers Seeschifffahrt, I. Heft, Leer 1853, S. 57, 61, 63, 73, 74; 
Moidinger, Die deutschen Ströme, III. Abt., 1854, S. 23. 
3 ) Weserzeitung vom 2. Juli 1856; Julius Michaelis, Deutschlands 
Eisenbahnen, ein Handbuch, III. Auf!., Leipzig 1863 (1857), S. 147. 
4 ) Gedanken dieser Art, wie sie in dem Projekt des Ältermanns 
Holte noch einmal hervortreten (Arch. Coli. Sen), waren damals in Bremen 
bereits überwunden. Vergl. a. Duckwitz, Denkwürdigkeiten, S. 115. Als 
Smidt 1827 seinen Artikel über eine etwa zu erbauende Bahn in den 
Bremerhavener Vertrag aufnahm, bestanden noch allgemeine Widerstände gegen 
seinen Plan, hier eine Stadt entstehen zu lassen, überhaupt, und speziell bei 
den Ältexdeuten äufserte sich die Besorgnis, mit einer Verlegung dahin, wo 
die Kautelon gegen eine absolute Gewalt des Rats wegfielen, vom Rate allzu 
abhängig zu sein. Aber man fürchtete auch damals schon eine gegensätzliche 
Politik Hannovers auf dem linken Weserufer, insofern man glaubte, Hannover 
werde, wenn man eine Bahn baue, die ja anders wie der freie Strom durch 
hannoversches Zollinland ging, durch Zollbegünstigung oder -freiheit auf Be 
nutzung des linken Qeesteufers hinwirken und so Bremerhaven in Frage stellen, 
deshalb sei es besser, den Plan vorläufig, bis die Notwendigkeit vorliege, 
ruhen zu lassen. Es bestand damals bereits ein Plan einer englischen Gesell 
schaft eines Herrn Sowersby (1827?, 1829—30). Bremer Staatsarchiv; Handels- 
kammerarohiv. In den Vertrag des Baus der Geestemünde—Bremer Bahn sind 
Kantelen gegen eine differenzierte Behandlung der Frachttarife seitens Hannover 
aufgenommen worden. (Vertrag vom 28. Febr. 1859. S. dazu Duokwitz, Denk 
würdigkeiten, S. 141; Hannovers Seeschifffahrt, I. Heft, 1853, S. 61, 71).
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.