Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

Hannovers  gebunden  sein,  wenn  es  eine  Südbahn  daran  anschliefsen
wolle,  worauf  Oldenburg  nicht  eingehen  konnte.  Das  Interesse
konzentrierte  sich  zuletzt,  da  eine  Verbindung  nach  Amsterdam  durch
Oldenburg  und  Friesland  auf  der  nördlichen  alten  Route  vorläufig
ausgeschlossen  schien,  auf  die  südliche  grofse  Hauptstrafse  der
hansischen  Zeit  und  der  napoleonischen  niederrheinischen  Chaussee.
Es  ist  noch  von  den  verschiedenen  Seiten  verhandelt  worden,  aber
es  ist  nicht  mehr  zu  einer  Verständigung  zwischen  Hannover  und
Bremen  gekommen.  Der  Bau  der  Bahn,  die  Hannover  zuletzt  hatte
über  Mahndorf  legen  wollen,  auf  Bremen  wurde  erst  nach  der  Konzession
der  Köln-Mindener  Gesellschaft  mit  Preussen  gesichert.  4 )
Eine  besonders  grofse  Schwierigkeit  war  es,  dafs  Preufsen
Anschlufs  von  Wilhelmshaven  nach  Osnabrück,  früher  auch  Herford
haben  wollte,  was  Oldenburg  bei  den  Verhandlungen  vertrat,
Hannover  aber  von  vornherein  nicht  zuzugestehen  gedachte. 2 )
Bei  der  endgültigen  Ausführung  wurde  die  Bahn  oberhalb
Bremen  über  die  Weser  und  in  einer  Schleife  auf  Bremen  geführt,
erhielt  jedoch  die  Sagehorner  Zwischenstrecke  für  den  nicht
nach  Bremen  bestimmten  Güterverkehr  im  Zollinlande. 3 )
In  denselben  Jahren  wurde  auch  die  direkte  Bahn  auf  Berlin
erörtert,  die  dann  in  der  Form  einer  Unternehmung  des  Bremer
Staats  zur  Ausführung  kam. 4 )  Die  Bremer  Kaufmannschaft  hatte
nach  1866  ursprünglich  den  Plan  einer  umfassenden  Bremer  Bahngesellschaft, ­
  die  sich  auch  um  die  Konzession  der  Osnabrück—
Hamburger  und  Ülzener  Bahn  beworben  hat 5 ).
Die  Eisenbahnen  sind  in  die  Karte  nach  den  gleichzeitigen  Karten (; )
')  Weserzeitung  6.,  12.,  17,,  23.  Nov.  1866,  23.  Nov.  1907;  Die  E.  u.  E.  d.
Eisenb.  i.  H.  Oldenb.,  1877,  S.  23,  45;  Jahresb.  d.  Hdlsk.  i.  Bremen  f.  1865,
S.  28,  f.  1866,  S.  44,  45,  f.1867,  S.  58.
а )  Die  Entst.  u.  Entw.  d.  Eisenbahnen  im  H.  Oldenburg,  1878,  S.  14,17,23,29,56.
s )  Kölnische  Zeitung  vom  2.  Juli  1868;  Hamburger  Correspondent
12.  März  1870.  Der  besondere,  hinter  dem  Hauptbahnhof  belegene  Köln—
Mindener  Bahnhof  ist  1889  mit  dem  Hauptbahnhof  zusammengezogen  worden.
Vgl.  Fr.  Buchenau,  Die  freie  Hansestadt  Bremen,  Bremen  1900,  S.  54;  W.
Becker,  in  Bremen  und  seine  Bauten,  Bremen  1900,  S.  743  ff.
4 )  Von  Langwedel  auf  Ülzen  oder  von  Salzwedel  auf  Lüneburg,  Dannenberg ­
  1866;  Ein  Wort  über  die  Anlage  der  Eisenbahn  Langwedel—Ülzen,
Bremen  1870;  Weserzeitung  (7.  Nov.1866,6.  Jan.,  8.  März  1873.)  Duck  witz,D.,  S.  190.
ß )  Jahresb.  d.  Hdlsk.  i.  Bremen  f.  1866,  S.  44,  45.
б )  Die  vorhin  aufgeführten  und  Neue  Eisenbahnkarte  von  Deutschland
und  den  angrenzenden  Ländern,  Verlag  A.  Bagel,  Wesel  1870.
Offizielle  grofse  Eisenbahnkarten  Deutschlands  wurden  für  die  ältere  Zeit
herausgegeben  von  der  Eisenbahnverwaltung  in  Braunschweig,  heute  vom  Reichseisenbahnamt. ­

            
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