Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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in  Fuhrwerk  und  Gastwirtschaft  direkt  Teil  am  Verkehr  hatte,  ein
anderer,  namentlich  der  ärmere  Teil,  durch  die  greisere  Weitläufigkeit ­
  der  Gegend  zu  Hausindustrie  und  Hausiergewerbe  kam,  —  indem ­
  der  Kaufmann  dort  billige  Arbeitskräfte,  und  die  Bevölkerung
dort  Arbeit  fand,  auch  selber  als  Unternehmer  auftrat.  —  Wenn  es
auch  in  anderen  mehr  landwirtschaftlichen  Gegenden  vielfach  Sitte
ist,  als  Saisonarbeiter,  Landarbeiter  (Hollandsgänger),  Maurer,  Ziegler,
zu  wandern,  so  ist  in  den  Gegenden,  wo  meist  zugleich  Fuhrwerk

Westfalen  nach  Leipzig  und  Nürnberg,  im  Korrespondenzblatt  des  Gesamtvereins ­
  der  deutschen  Geschichts-  und  Altertumsvereine,  X.  Jahrgang,  1862,
S.  47  ff.;  derselbe,  Beiträge  zur  Geschichte  der  alten  Heer-  und  Handelsstrafsen
  Deutschlands,  in  der  Zeitschrift  für  deutsche  Kulturgeschichte  (hrsg.
von  Johannes  Müller  und  Johannes  Falke),  I.  Bd.,  1856,  S.  483a  ff.;  Schück,
Bilder  zur  Verkehrsgesohichte  des  16.  Jahrhunderts,  im  Deutschen  Postarehiv,
1877,  S.  589;  Hans  Weigels  Trachtenbuch,  Nürnberg  1577,  BlattLXXL;  Johs.
Müller,  Das  Eodwesen  Bayerns  und  Tirols  im  Spätmittelalter  und  zu  Beginn  der
Neuzeit,  in  der  Vierteljahrsschrift  für  Sozial-  und  Wirtschaftsgeschichte,  III.  Bd.,
1905,  S.  623;  Matrikeln  (Gehänselte  und  sog.  Pathen)  der  Hänselbücher  der
beiden  Fuhrmannswirtshäuser  Zum  grauen  Wolf  (seit  1810)  und  Zum  Engel
(1825—56)  in  der  Lammsgasse  in  Nürnberg,  beide  Bücher  jetzt  im  Besitz  des
Germanischen  Nationalmuseums  in  Nürnberg.  [Es  handelt  sich  um  dasselbe,  was  bei
den  Schiffern  die  Linientaufe  ist.  Zu  der  älteren  Bedeutung  des  Hänselns:  mein  Zur
Geschichte  der  alten  Handelsstrafsen  in  Deutschland,  Gotha  1907,  S.  17  ff.  Im
Engel  kehrten  die  Fuhrleute  der  norddeutschen  Routen:  die  Leister,  Hannoverschen, ­
  Braunsohweiger,  Harzer,  Thüringer,  im  Grauen  Wolf  Sachsen,  Böhmen,
Franken,  auch  Thüringer  und  Hessen  ein.];  August  Topf,  Bilder  von  der
deutschen  Landstrafse,  in  der  Gartenlaube,  1864,  S.  280  ff.  Die  Fuhrmannsplätze,
-gegenden  sind  meist  sehr  lange  beim  Fuhrwerk;  insofern  sie  in  der  Chausseenzeit ­
  vom  Fuhrwerk  verlassen  sind,  bezw.  in  neuerer  Zeit  nicht  mehr  genannt
werden,  ist  das  in  der  Karte  durch  eine  Klammer  ausgedrückt.  In  den
Alpen  geht  das  Fuhrwerk  allgemein  auf  das  alte  Eott-Etappenfuhrwerk  zurück.
Auch  auf  den  bremischen  und  anderen  Strafsen,  auf  der  alten  grofsen  hansischen
Strafse  'ist  gebundenes  Etappenfuhrwerk  nachzuweisen.  Fuhrwerksakten
des  Bremer  Staatsarchivs,  Gustav  Rüthning,  Geschichte  der  oldenburgischen
  Post,  Oldenburg  1902;  Das  ehemalige  Fuhramt  zu  Rostock,  im
Archiv  für  Post  und  Telegraphie,  1903,  S.  474  ff.  (s.  a.  w.  oben  unter  Postwesen).
Doch  ist  hier  die  Beziehung  zum  Fraohtfuhrwerk  früh  geschwunden,  während
sie  in  den  Alpen  z,  T.  bis  ins  19.  Jahrhundert  erhalten  blieb,  s.  die  Literatur
in  meinem  Zur  Geschichte  der  alten  Handelsstrafsen  in  Deutschland,  Gotha
1907,  S.  21.  In  der  hier  in  Rede  stehenden  Zeit  und  in  unserm  Gebiet  handelt
es  sich,  mit  den  oben  gegebenen  Einschränkungen,  wegen  des  Eilfuhrwerks  etc.
lediglich  um  fluktuierendes  Fuhrwerk,  namentlich  der  kleineren  Orte  und  Bauerschaften
  der  „Fuhrmannsgegenden“,  gegen  die  die  Fuhrleute  in  den  grofsen  (Lade-)
Städten,  da  ihnen  die  Vorrechte  des  einheimischen  Fuhrwerks,  um  die  früher  scharf
gekämpft  wurde,  meist  genommen  sind,  schwer  aufkommen  können,  [vergl.  a.
B  aas  ch,  Forschungen  zur  hamburg.  Handelsgeschichte,  UL,  Hamburg  1902,  S.  8,  9.1
            
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