Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Vf'ii  Bremen  direkt  aufwärts  nach  Celle.  Hutbergen—Verden  hatte
einige  Bedeutung  für  den  Weserverkehr,  indem  von  Hamburg
aus  in  Hutbergen  ein  gewisser  Verkehr,  namentlich  nach  Westfalen,
auf  die  Weser  überging. 1 )
Als  der  alte  Umschlag  zwischen  Flufs-  und  Seeverkehr  verloren ­
  ging,  indem  Bremen  Vegesack  zu  seinem  Aufsenhafen  ausbilden
mufste,  wurde  die  Frage  wichtig,  ob  die  Bremer  Schiffer,  die  nach
unten  fuhren,  auch  nach  oben  fahren  sollten.  Die  ünterweserkahnschiffer
  wurden  die  eigentlichen  Vermittler  des  Leichterverkehrs,
obwohl  auch  Oberländer  Eichen,  Böcke  und  Moorschiffe  die  Vegesacker
  Weser  befahren  konnten  und  befahren  haben.  Sie
machten  das  Recht  auf  alles  nach  unten  gehende  Gut  geltend
und  erhielten  auch  Rekognitionsgebühren.  Bei  Kalk,  Glas  und
anderem  schwer  umzuladenden  Gut  mufste  man  auch  hier  die
Schiffe  durchlassen. 2 )  Eine  weitere  Verschiebung  erfuhr  die
Angelegenheit,  als  anstatt  der  älteren  rein  theoretischen  Ideen
allmählich  die  Dnterweserreeden,  wohin  Bremen  seine  Schiffe
schickte,  nachdem  der  ursprüngliche  Winter-  und  Ladehafen
zu  Vegesack 8 )  nicht  mehr  gut  zu  erreichen  war,  sich  als  Konkurrenzplätze ­
  auftaten,  namentlich  als  Oldenburg  nach  dem  Elsflether
Streit  Brake,  das  aus  der  Harrier  Rede  entstanden  war,  als  Handelsplatz
einführen  wollte  und  um  die  Zeit  der  Gründung  Bremerhavens 4 )  danach
strebte,  eine  eigene  direkte  Oberweserschiffahrt  ins  Leben  zu  rufen. 5 )
In  neuester  Zeit  änderte  sich  das  Verhältnis,  insofern  die  heutigen
1 )  Patje  gibt  eine  Statistik  dieses  Verkehrs.  In  den  Reihefahrten  des
Weserschiffahrtsregulativs  etc.  ist  seine  Berücksichtigung  vorgesehen.  Er
begegnet  auch  schon  Ende  des  17.  Jahrhunderts.  (Bremer  Staatsarchiv.)  Der
Zolldirektor  Niemeyer  in  Verden  stützt  seinen  Plan  einer  Bahn  von  Hannover
auf  Verden—Bremen  und  Verden—Hamburg  in  den  vierziger  Jahren  auch  noch
mit  der  dadurch  gegebenen  Verkehrssituation  (a.  a.  0.).  Vgl.  w.  A.  Engel,
Weserbuch,  Hameln  1845,  S.  118.
2 )  Bremer  Staatsarchiv  n.  a.  zu  1678,  1682,  1735.
s )  Schiffe  von  3  bis  4  m  Tiefgang  konnten  zunächst  den  Hafen  zu
Vegesack  bequem  erreichen,  die  Versandung  schritt  dann  aber  stark  vor,
s.  Buchenau,  Die  freie  Hansestadt  Bremen,  1900,  S.  260.
4 )  Vgl.  dazu  W.  v.  B  i  p  p  e  n,  Geschichte  der  Stadt  Bremen,  Bremen  und
Halle  1892—1904,  im  II.  und  III.  Bde.;  Franz  Buchenau,  Die  freie
Hansestadt  Bremen  und  ihr  Gebiet,  Bremen  1900,  S.  247  und  253  ff.  und  die
dort  angegebene  Literatur;  Georg  Sello,  Oldenburgs  Seeschiffahrt,  1906,
S.  59  ff.;  Fr.  Heineken,  in  Bremen  und  seine  Bauten,  1900,  S.  733;
E.  Fitger,  Die  Entwicklung  der  Seeschiffahrt,  1902,  S.  44,  50  ff,;  L.  Halenbeok,
  Fünfzig  Ausflüge  in  die  Umgegend  von  Bremen,  Bremen  1893,  S.  179.
6 )  Vgl.  dazu  einen  Hinweis  in  einem  Schreiben  des  Zolldirektors  Niemeyer
in  Verden  vom  13.  Mai  1827,  Bremer  Staatsarchiv,
            
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