Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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— Nachdem Bremen 1816 aufgehört hatte, befestigte Stadt 
zu sein, wurden die Festungsgräben zu Schiffahrtszwecken aus 
gebaut, zuerst als Schutzhäfen im Winter, dann als Verkehrshäfen. 
So entstanden der Oberländische und der Flofshafen und zuletzt 1840 
der Sicherheitshafen zwischen Hohentor und Weser. Der Zollschuppen 
an der Tiefer wurde 1857 für die Verladung und Zollabfertigung 
der aus Bremen in den Zollverein gehenden Güter gebaut. 1855—58 
wurde der Weserbahnhof gebaut 1 ). So waren immerhin die unter 
halb Bremen belegenen Orte wegen der Bremer Weserbrücke 
schlechter daran, obwohl es wegen der schlechten Konstruktion der 
Oberweserböcke damals praktisch nicht allzu sehr in Frage kam 2 ). 
An eine Fahrt von See über Bremen hinaus war unter den 
Die Distribution innerhalb der Stadt, Laden und Packen wurde durch die z. T. 
eigenartig organisierten Schlachtfuhrleute, Karrenschieber, beim Frachtfuhrwerk 
auch durch das Wirtsfuhrwerk, Maskops- etc. Träger, Auflader, Küper, Wipper etc. 
besorgt, von denen einzelne Kategorien zugleich Aufsicht für das Stadtinteresse 
führten.. Ich habe einiges dazu in meiner Darstellung des Fraohtfuhrwesens 
mitgeteilt. Die Verschiebung der Organisation zeigt sich namentlich bei der 
modernen Hausküperei gegenüber der früheren öffentlichen, bezw. selbständigen. 
Interessant ist, dafs die Handelskammer einmal vorgehabt hat, die Pferdebahnen 
für den Güterverkehr in der Stadt zu aptieren. (Jahresberichte der Handels 
kammer für 1870—73, S. 44, 1874, S. 26.) 
*) Siehe Fr. Heineken, in Bremen und seine Bauten, Bremen 1900, 
S, 718—720; auch Duckwitz in seinen Denkwürdigkeiten. Der Sicherheits 
hafen wurde nachher mit der Oldenburgischen Bahn verbunden, dann die Ein 
fahrt verschoben durch Legung des Woltmershauser Kanals. Seit 1884 Bremen 
sich zum Zollansohlufs bereit erklärt hatte, begann der Ausbau des Freihafens, 
1890 und 1891 wurde der Holz- und Fabrikenhafen ausgeführt, seit 1899 das 
Projekt des zweiten Freihafens bearbeitet. Siehe Ed. Suling, in Bremen und 
seine Bauten, 1900, S- 720 ff. Dazu kommen die Projekte des Neustädter 
Kanals für den Oberweserumschlag und neuerdings des Industriehafens bei 
Oslebshausen. ZumVegesacker Hafen, der 1619—22 gebaut ist, den Bremerhavener 
Geestemünder, Braker, Nordenhamer und Elsflether Anlagen, s. F. Heineken, 
R- Rudloff und F. Claufsen, und H. Bücking, in Bremen und seine 
Bauten, S. 733—34, 735—66, 757—58, 758, 761—63. Die Oldenburger Dampf 
schiffe fuhren seinerzeit am Fangturm ab, hinter der Mauer an der Kalkstrafse 
die Weserdampfer, die die Passagiere an den Washington, Hermann, die ersten 
Überseedampfer,nach Bremerhaven brachten. (Bremer Nachrichten, 6. März 1904.) 
Die Kähne, die Auswanderer herunterbraohten, auch am Sicherheitshafen (1850), 
(Bremer Tageblatt 8. Aug. 1907. Vgl. auch Qerstäoker, Nach Amerika, 
Reisen: Südamerika). 
2 ) Eine in Bremen projektierte Kanalumführung wegen des Hochwassers 
würde das Hindernis der Brücke vielleicht schon vor 1840 beseitigt haben. 
S. weiter unten. Zur Ausgestaltung als Binnenschiffahrtsstrafse auf der untersten 
Strecke vergl. auch noch Havostadt und Contag, Projekt eines Weser- 
Seiten-Kanals Dedesdorf-Bremerhaven, Bremerhaven-Geestemünde 1885.
	        
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