Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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bei  in  den  ersten  Jahren  regellos  auf  alle  Plätze  verladen  wurde,  so  handelt
es  sich  um  dieselben  Plätze,  wenn  auch  in  etwas  anderer  Kombination.
Münden  und  Minden  haben  die  selbständigste  Bedeutung,  die  Gruppe
Hameln-Höxter  hat  weniger  grofse  Plätze  und  bedurfte  am  meisten  der
Zusammenfassung.  Es  kamen  zu  der  sog.  Direktions-Reiheschiflahrt
der  Bremer  Schiffahrtsdeputation  1833  die  Westfälische  Schiffergesellschaft ­
  und  1840  die  Ravensberger  Schiffergesellschaft  hinzu.
Die  Westfälische  Schiffergesellschaft  arbeitete  namentlich  auf  Minden,
die  Ravensberger  auf  die  Plätze  von  Vlotho  bis  Hess.-Oldendorf,  die
Orte,  wo  sie  von  Schiffern  und  Kaufleuten  gegründet  waren.  Die
Direktionsschiffahrt  teilte  sich  derzeit  in  die  drei  Abteilungen  Minden  bis
Hess.-Oldendorf,  von  da  bis  Karlshafen,  gemeinsam  mit  den  Karlshafener ­
  Kaufleuten  geordnet;  und  bis  Münden,  gemeinsam  mit  den
Mündener  Kaufleuten  geordnet. 1 )  Minden  gewann  im  neunzehnten
Jahrhundert  insofern  nur  leistungsfähige  Wasserstraßen  konkurrieren
konnten  und  schliefslich  nur  der  untere  Lauf  der  Oberweser  noch
diese  Bedingungen  einigermafsen  erfüllte 2 ),  was,  nachdem  die  Dampfschlepper ­
  über  Minden  hinausgingen,  auch  Hameln  zu  Gute  kam.
Auch  hatte  Minden  insofern  jetzt  Vorteil  davon,  dafs  es  preufsisch
war,  als  Preufsen  Ostfriesland  nicht  mehr  besafs  und  die  zusammengeschlossenen ­
  preufsischen  Landesteile  hier  einen  Weg  hatten.  Zugleich ­
  ging  aller  greiserer  Verkehr  aus  dieser  Gegend  Westfalens
über  die  Weser,  da  Hannover  ihm  keinen  Weg  baute.
Karlshafen  wurde  sehr  wichtig  mit  seiner  Wesereisenbahn  (1848),
und  als  Vertreter  des  nichthannoversehen  Verkehrs  am  oberen  Lauf. 2 )
Hameln  gewann  als  Sitz  der  Dampfschiffahrtsdirektion,  die  Bremen
1842  mit  Fleifs  dahin  gelegt  hatte,  um  Hannover  für  die  notwendigsten ­
  Verbesserungen  des  Flusses  zu  gewinnen 3 )  und  als  Umschlagsplatz ­
  des  Dampfschiffspersonenverkehrs.  Der  Flufs  übte  mit  dem
Aufkommen  der  Eisenbahnen  noch  die  Funktion  als  Bindeglied  zwischen
Eisenbahnrouten,  die  ihm  mit  dem  Ausbau  des  Eisenbahnnetzes
*)  Das  Schema  der  Neukonstituierung  der  Direktionsreiheschiffahrt  nach
dem  Streit  trennte  Karlsbafen  und  Münden.  Karlshafen  zeigte  1833  an,  dafs  es
12  Schiffer  für  sich  verpflichtet  habe,  was  Bremen  anerkannte,  (Handelskammer,
Staatsarchiv  zu  1833).  Vgl.  a.  Staatsarchiv  zu  1846  im  Februar,  wo  erörtert
wird,  dafs  die  Trennung  nachteilig  sei.
2 )  Jahresbericht  der  Handelskammer  von  Minden  für  1867,  S.  66.
3 )  Duckwitz,  Denkwürdigkeiten,  S.  12.  Die  Organisation  war  durch
die  sogenannten  Administrationen  mit  den  Hauptplätzen  in  Verbindung  gesetzt.
Der  Hauptteil  der  Aktien  blieb  in  Bremen.  Hannover  vernachlässigte  den  Flufs
erst  wegen  der  Landzölle,  dann  wegen  der  Eisenbahnrente,  s.  a.  a.  0.  Vgl.
Thilo  Hampke,  Die  Kanalisierung  der  Fulda  von  Münden  bis  Kassel,  Kassel
1895,  S.  16  ff.;  H.  Keller,  III.  Bd.,  S.  447;  Jahresb.  d.  H.  v.  Minden  f.  1866,  S.  32.
            
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