Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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genommen  wurde.  Daher  denn  auch  der  Personenverkehr  den  Flufs
aufsuchte,  der  Auswandererverkehr  von  der  Dampfschifffahrtsgesellschaft ­
  der  Vereinten  Weserdampfschiffahrt  durch  billige  Preise  zu
halten  gesucht  wurde,  als  die  Konkurrenz  der  Bahn  den  Übergang
auch  zum  vorher  von  dieser  Gesellschaft  nicht  gepflegten  Schleppverkehr ­
  erzwang. 1 )
In  unserem  heutigen  Oberweserverkehr  ist  Hameln  der  bedeutendste ­
  Platz.
Die  Güterstationen  der  Dampfer  der  Vereinten  Weser-Dampfschiffahrt, ­
  wo  ihre  Personendampfer  Gut  an  und  von  Bord  liefsen,
sind  in  der  Karte  unterscheidend  eingetragen.  Die  Personenstationen
sind  folgende:  Hannov.-Münden,  Hilwartshausen,  Veckerhagen,  Oedelsheim, ­
  Bodenfelde,  Karlshafen,  Beverungen,  Wehrden,  Höxter,  Holzminden, ­
  Polle,  Bodenwerder,  Hehlen,  Grohnde,  Ohsen,  Hameln,
Oldendorf,  Grofsenwieden,  Rinteln,  Erder,  Vlotho,  Rehme,  Preufs.-Minden,
  Petershagen,  Windheim,  Schlüsselburg,  Stolzenau,  Landesbergen, ­
  Nienburg,  Sebbenhausen,  Hoya,  Dörverden,  Hutbergen,  Intschede, ­
  Kaper,  Dreye,  Bremen. 2 )
Dampfschleppverkehr  bestand  zuerst  nur  bis  Hoya,  um  eine
Ausdehnung  der  Saison  zu  ermöglichen,  wenn  die  Leinpfade  unter
Wasser  standen. 3 )  Erst  später  schleppten  die  Dampfer  die  Böcke
auch  weiter  aufwärts  nach  den  gewohnten  Plätzen. 4 )
Auch  beim  Flufsverkehr  bieten  die  Zolleigenschaften  der  Plätze
willkommene  Charakterisierungen  ihrer  wirtschaftlichen  Bedeutung.
Die  mit  gesonderten  Zeichen  herausgehobenen  Weserzollplätze  geht
als  solche  nur  der  Transit  auf  der  Weser  an,  aber  da  die  Weser
wie  die  anderen  konventionellen  Flüfse  der  Schiffahrtsakten  Zollausland ­
  war,  so  trat  in  den  Ladeplätzen  die  Verzollung  des  betreffenden
Landes  oder  Zollvereins,  wohin  das  Gut  nunmehr  einging,  oder  wo
der  Transit  zu  Lande  fortgesetzt  wurde,  ein.  Der  Zollcharakter
innerhalb  dieses  allgemeinen  Systems,  der  mit  dem  Flufszoll  als
blofser  Schiffahrtsabgabe  nichts  zu  tun  hat,  charakterisiert  also  auch
die  Hafeneigenschaft.
1 )  Jahresberichte  der  Gesellschaft;  (Sammlung  der  Stadtbibliothek),  im
folgenden.  W.  Sattler,  Erinn.  an  Alt-Bremen,  Br.  Nachr.  30.  Mai  1908;  Br.
Nachr.  28.  Juli  1907.
2 )  Jahresberichte  der  Gesellschaft  der  Vereinten  Weser-Dampfschiffahrt
(Sammlung  der  Stadtbibliothek).
3 )  Duckwitz,  Denkwürdigkeiten,  S.  10.  Prospekte  1837  etc.  in  der
Sammlung  der  Stadtbihliothek  zur  Oberweser-Dampfschiffahrt.
4 )  s.  u.  a.  Fried  r.  Huhn,  Die  Weser,  —  Zeitschrift  für  deutsche  Statistik,
H.  Jahrg.,  1848,  S.  390.  Der  Dampfer  Eoland  bugsierte  damals  nach  Hoya,
Nienburg  und  Preufs.  Minden.
            
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