Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Bullen,  die  zusammen  in  der  älteren  Zeit  den  vollen  Schiffszug,  die
„Mast“  bildeten,  liefen  vorn  und  hinten  viereckig  aus,  sie  waren
schwerfällig  gebaut,  um  Land  vertragen  zu  können.  Das
Charakteristische  der  Bauart  sind  die  breiten  Hebungen  des  Schifisbodens ­
  vorn  und  hinten,  mit  denen  die  Schiffe  über  das  Wasser
wegschieben.  Die  Form  existiert  noch  in  den  alten  Weserböcken,
die  man  jetzt  nur  sehr  selten  mehr  sieht,  auf  der  Weser,  aber  die
Schiffe  werden,  soweit  die  Hebung  reicht,  vorne  und  hinten  stark
schmäler,  was  früher  weniger  der  Fall  gewesen  zu  sein  scheint.  Die
in  den  vierziger  Jahren  eingeführten  Schiffe  erreichten  die  Ladefähigkeit ­
  einer  ganzen  Mast.  1854  wird  berichtet,  dafs  man  schon
häufig  die  alten  Schiffe  mit  den  nach  dem  Muster  der  Khein-  und
Mainschiffe  gebauten  Fahrzeugen  ersetzt.  Das  sogenannte  ßheinschiff,
das  vor  der  Einführung  der  eisernen  Kähne  das  typische  Schiff  der
Grofsschiffahrt  wurde,  ist  bei  im  übrigen  auch  flacher  Bauart
mit  Steven  versehen.  Bock  und  Achterhang  und  z.  T.  auch
Bulle  hatten  Zelte,  sie  führten  beim  Treideln  nur  einen  Mast.
Der  neuere  Bock  ist  über  den  Hebungen  mit  einem  festen  Deck
überbaut.  Bullen  nennt  man  heute  die  offenen  Sandschiffe.  Auf
der  Fulda  und  Werra  fehlt  der  Typ  des  Achterhangs,  Aller  und  Leine
scheiden  ihn  in  der  neueren  Reiheschiffahrt  aus.  Man  unterschied
in  Münden  wegen  der  verschiedenen  Gröfse  grofse  Bremer  Böcke,
Oberländer,  Oberländer  grofse  Böcke,  ebenso  findet  man  auch  die
Bezeichnung  Allerbock,  Hammebock.  Das  alte  System  der  Fahrt
mit  verschieden  grofsen  Schiffen  verschwindet  mit  dem  besseren
Fahrwasser  und  dem  Dampfschleppbetrieb. 1 )
')  Wegen  des  schlechten  Fahrwassers  mufste  der  Schiffer  sehr  oft  leichtern,
so  dafs  er  manchmal  mit  8  bis  10,  nach  einer  Angabe  sogar  mit  20  Kähnen
nach  Münden  kam  (1  Book,  1  Achterhang,  1  Bullen,  woraus  unterwegs  oft  eine
Flotille  von  8  Fahrzeugen  entstand.  Beilage  zu  No.  30  der  Bremer  Zeitung  vom
30.  Januar  1841;  Bremer  Staatsarchiv;  Thilo  Hampke,  Die  Kanalisierung  der
Fulda,  1895,  S.  16.)  Das  Fahren  mit  einer  Mehrzahl  von  Schiffen  war  aufserdem
vorteilhaft,  weil  die  ganze  Zugmannschaft  bei  Seichten  für  ein  Schiff  verwandt
werden  konnte  (Bericht  von  1823).  Eine  Rolle  spielt  der  Lüchtelbock  in  der
alten  Stapelsohiffahrt,  soweit  sich  die  Schifferschaften  gegenseitig  nur  eine
bestimmte  Anzahl  Schiffe  beim  Laderecht  zugestanden  (Bremer  Staatsarchiv).
Joh.  L.  Quentin,  Ber.  eines  Abrisses  der  Schiffahrt  auf  der  Weser,  1788,
S.  16  ff.  berechnet  die  volle  Mast  nur  auf  zwei  Schiffe:  Bock  und  Hinterhang,
und  gesteht  nur  den  Mündener  Schiffern  kraft  zwischen  Braunschweig-Lüneburg
und  Brandenburg  getroffenen  Vergleichs  von  1674  und  Eezefs  vom  30.  Oktober
1680,  Bock,  Hinterhang  und  Bullen  zu,  wogegen  die  Bremer  Schiffer  ihr  altes
Recht,  mit  drei  Schiffen  zu  fahren,  konservierten.  Im  19.  Jahrhundert  sind
drei  Schiffe,  Bock,  Achterhang  und  Bulle,  als  volle  Mast  angesehen,  es  wird
aber  in  den  Regulativen  mehrfach  eine  Beschränkung  auf  zwei  Schiffe  vor-
            
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