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durch die Art der Preisbildung, durch die Zölle usw. Es liegt aut der Hand,
daß sich derlei in abstraktschematischer Form ausführen läßt.
Auch bisher wurden solche Rechnungen versucht, aber meist nur, um für
bestimmte Reformprojekte Propaganda zu machen, so von Theodor
Hertzka, Josef Popper-Lynkeus, Franz Oppenheimer u. A.
Während diese Autoren konkrete Naturalrechnungen entwarfen, um nachzu-.
weisen, wieviel Boden, Rohstoffe und ^Arbeitsstunden nötig wären, eine bestimmte
Menschenmenge zu ernähren, haben andere Autoren diese Betrachtung nur im
allgemeinen angestellt und zu zeigen versucht, welcher Unterschied zwischen
der technisch möglichen Befriedigung und der in der Marktordnung möglichen
bestehe, wie Sismondi, Henry George, Wilhelm Neurath, Ru
dolf Golds cheid u. A. m. Es bleibt nun noch übrig, diese gelegentlich
skizzierte Naturalrechnung auszugestalten und ihr eine selbständige Stellung
im Rahmen der theoretischen Nationalökonomie zu geben.
Die Darstellungen würden etwa folgenden Charakter annehmen. Es sei
eine gewisse Menge Rohstoffe, Menschenkräfte usw. gegeben. Welche Menge
von Produkten kann man so erzeugen, wie kann man sie verteilen, wenn be-<
stimmte Bedingungen vorliegen ? Zunächst kann man diese Frage rein technisch
behandeln, dann aber auch die Organisation der Wirtschaft mit in Rechnung
stellen. Es wird ja durcFi gewisse Organisationsformen
die absolute Menge, welche erzeugt wird, sich ändern,
durch andere wieder die Verteilung. Was man für gut, was man
für schlecht hält, ist dabei ganz gleichgültig. Die Naturalrechnung ist eine
durchaus objektive Angelegenheit. Nun kann man dann Zusehen, wie irgendein
Typus der Geldwirtschaft als eine der vielen möglichen Ordnungen die Pro
duktion und Konsumtion beeinflußt. Der Geldkalkul kann z. B. eine Zunahme
der Einkommen ergeben, während die Realeinkommen gesunken sind, er ist für
die Naturalrechnung an sich ganz gleichgültig, vielmehr nur eine Organi
sationsform. Diese Betrachtungsweise gibt begreiflicherweise die Basis für
einen sehr freien Standpunkt ab, nichtsdestoweniger finden wir ihn in aller
Schärfe verhältnismäßig selten durchgeführt. Selbst bei vielen Sozialisten, die
doch die Dissonanz zwischen Geldkalkul und Realeinkommen hervorheben, spielt
die geldtheoretische Grundlage ihrer Argumentationen eine merkwürdig starke
Rolle. Es zeigt sich dies besonders, wenn man ihre Darlegungen im einzelnen
verfolgt. So fehlt z. B. bei Marx, der doch diese Dissonanz oft genug in Bausch
und ^gen hervorhebt, eine theoretisch durchgebildete Naturafrechnung.
Die Wichtigkeit der unabhängigen Naturalrechnung, die sich auf umfassen
den Produktions - und Konsumtionsstatistiken aufbaut, ist heute
praktisch fast allgemein zugestanden. Aber noch mehr ist geschehen, man
hat nicht nur die Naturalrechnung in den Vordergrund geschoben, man hat auch
die Naturalwirtschaft auf Kosten der Geld Wirtschaft begünstigt.
Das kam schrittweise und wie von selbst. Wir stehen heute in einer stark na
turalwirtschaftlichen Ordnung drin, ohne daß es zu wirklichen Umstürzen ge
kommen wäre, wie ja auch oft im politischen Leben alte Formen äußerlich er
halten bleiben, während der Inhalt schon große Wandlungen durchgemacht hat.
An sich hat ja der Naturalkalkul mit der Naturalwirtschaft nicht mehr zu tun als
mit der Geldwirtschaft. Wir können die Geldwirtschaft dem Naturalkalkul
unterwerfen, wir können auch die Naturalwirtschaft dem Naturalkalkul unter
werfen. Es ist z. B. sehr gut möglich, daß wir irgendeinen Geldwirtschaftstypus
untersuchen und feststellen, daß er bei gleicher Anfangssituation in bezug auf
Menschenkräfte, Rohstoffe usw. innerhalb einer bestimmten Produktionsperiode
ein höheres Realeinkommen liefert, als etwa ein bestimmter NaturalwirtschaftS"
typus. Die Naturalrechnung ist eine Rechnungsart, die Natural
wirtschaft eine gesellschaftliche Einrichtung.
Die Naturalrechnung wurde aber infolge des Krieges häufiger und syste
matischer als sonst angewendet und scheint eben vielen gezeigt zu haben, daß
die Geldwirtschaft, wie sie vor dem Kriege bestand, nicht den Anforderungen
entspreche, die man im Kriege seitens der am Siege interessierten Kreise an sie
zu stellen für gut fand. Man merkte zu deutlich, daß der Krieg mit Munition
und Verpflegung, aber nicht mit Geld geführt werde. Und während vor dem
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