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weisen, so könnten zum Beispiel gewisse gesellschaftlich erwünschte Höchstleistungen
besonders prämiiert werden.
Von einer vollständigen Verwirklichung des Sozialismus kann man im
allgemeinen aber erst dann sprechen, wenn sowohl die sozialistische Verteilung,
als auch die planmäßige Verwaltung der Produktion durch die Gesellschaft
erfolgt. Daß der Sprachgebrauch in dieser Hinsicht freier ist, zeigt
aber etwa die Bezeichnung: sozialistische Monarchie. Sie erscheint
gegeben, wenn ein Monarch die sozialistische Wirtschaftsordnung auf Grund
seiner absoluten Gewalt verwirklicht. So könnte auch die planmäßige Produktion
und Verteilung nach allgemein gültigen Grundsätzen durch ein Zusammenwirken
von Industrie verbänden, Agrarverbänden, Konsum
e n t e n ve rb än d en usw. erfolg eh. Wenn dagegen die Gesellschaft
durch eine entsprechend gewählte Volksvertretung Produktion und Verbrauch
zentralistisch und in gewissem Sinne bürokratisch regelt, dann ist eine sozialdemokratische
Lebensordnung gegeben. Es kann aber auch an
die Stelle der demokratisch gewählten Volksvertretung mit ihrem Verwaltungsapparat
unter Umständen das politischen Zwecken dienende Rätesystem
treten; übereinandergestaffelte Räte als Leiter der Produktion, die sich schließlich
zu einem Rat der Räte zusammenschließen, sollen gewissermaßen die Bürokratie
an allen Stellen durch Vertretungskörper ersetzen. Daß die Arbeiter jedes
Betriebes dabei an dessen „Gewinn“ beteiligt sind, ist dem Rätesystem nicht
eigewtümlich.
Nach dem bisher Gesagten kann man im eigentlichen Sinn des Wortes
nur von einer Sozialisierung der Gesamtwirtschaft, d. h. von
ihrer planmäßigen Umgestaltung sprechen. Es wäre irreführend, zu sagen,
eine einzelne Fabrik sei „sozialisiert“ worden, weil ihre Arbeiter sie in Besitz
nahmen, oder irgend ein Bergwerk sei „sozialisiert“ worden, weil es verstaatlicht
wurde, wenn nicht gleichzeitig die Gesamtwirtschaft planmäßig geleitet
wird, sondern die alte Regellosigkeit der Produktion und
der Verteilung andauert. Nur als Mittel einer planmäßigen Wirtschaftsgestaltung
soll man Änderungen in den Eigentumsverhältnissen, Verstaatlichungen,
Besitzergreifung durch Arbeiterräte als Sozialisierungen bezeichnen. Wie sollte
denn auch ein einzelner Arbeiterrat oder eine einzelne Produktionsgenossenschaft
die Planmäßigkeit der Gesamtwirtschaft verbürgen ! ?
Wirtschaftspläne werden ausschließlich durch Großorganisat
i o n e n verwirKlicht, deren bedeutsamste heute der Staat ist. In diesem Sinne
hat man denn auch von marxistischer Seite die Entwicklung der gemischten
Werke und der Kartelle selbst dann begrüßt, wenn deren Macht zunächst der
Arbeiterschaft höchst lunerwünscht war. In diesem Geiste müßte eigentlich
auch heute die Sozialisierung vor allem in der Ausgestaltung und
Vervollständigung der Großorganisationen erblickt werden, die
ja noch gewaltiger Entwicklung vor allem durch Schaffung neuer Zwischenund
Bindeglieder fähig sind. Soweit man diese Großorganisationen durch gesellschaftlichen
Einfluß dem Kampf gegen jede Unwirtschaftlichkeit, der Förderung
des Glückes Aller und der sozialistischen Verteilung dienstbar machen
kann, müßten sie folgerichtig seitens der Sozialdemokratie ausgebaut werden.
Gesellschaftstechnisch wäre es naheliegend, Genossenschaften, Kartelle,
Banken, Gemischte Werke, Gewerkschaften, Konsum
e n t e n v e r b ä n d e , Handelskammern, Landwirtschaftskammern
und andere Großorganisationen neben dem Staat als Diener
der Sozialisierung zu verwenden. Es wäre durchaus denkbar, daß
man diesen Gebilden in ihrer Gesamtheit gewissermaßen das Mandat übertrüge,
die Sozialisierung nach gewissen allgemeinen Grundsätzen durchzuführen. Dies
hätte unter der Leitung und nach der Anweisung einer machtvollen Volksregierung
zu geschehen, welche durch Kommissare und besondere, neu einzurichtende
staatliche Stellen diese Wirtschaftsmaßnahmen dem Staatsbetrieb
einzugliedern hätte. Das Ziel würde vor allem dadurch erreicht werden, daß
das System der Verbände ausgestaltet, Produktion und Konsum ¡möglichst
unmittelbar miteinander verbunden werden. Die Verstaatlichung würde ein
wichtiges Mittel sein, um gewisse Verbindungen zu erleichtern oder um Wider-