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nossen Erpressung ausüben, welche zufällig in weniger lebenswichtigen Betrieben
beschäftigt sind. In einer sozialisierten Wirtschaft werden die Lebenslagen
und Löhne aller Menschen durch öffentlich-rechtliche Bestimmungen
nach allgemeinen Grundsätzen festgesetzt, nicht werden sie zwischen
dem Einzelnen und einer ihm Vorgesetzten Stelle durch Verträge bestimmt.
Daß Arbeiterausschüsse der Fabriken dazu dienen können, die Arbeitsverhältnisse
und gewisse gewerbehygienische Maßnahmen zu kontrollieren, gehört auf
ein anderes Blatt, da diese Funktion nichts mit der Betriebsleitung zu tun hat.
Hingegen bestehen gegen zentrale Arbeiterausschüsse in den Kontrollstellen
der Regierung, die von Arbeitern aus den Fabriken und dem Schacht
beschickt werden, keine Bedenken.
Die Gesamtorganisation, deren Schaffung wir erörterten, kann nur dann
die Wirtschaftlichkeit der Lebensordnung erhöhen, wenn sie über einen ausreichenden
Wirtschaftsplan verfügt. Es genügt nicht, die Produktionsmöglichkeiten
und den Verbrauch im ganzen zu kennen, man muß die Bewegung
und das Schicksal aller Rohstoffe und Energien, der Menschen und
Maschinen durch die Wirtschaft hin verfolgen können. Neben die Rohstoff-Und
Energiebilanz, welche Erzeugung, Verwandlung (Verbrauch), Vorratsbildung,
Einfuhr, Ausfuhr des ganzen Landes behandelt und etwa nach einzelnen
Rohstoffen, wie Kupfer, Eisen usw., verfolgt, muß die Bilanz der einzelnen
Industriezweige, der Landwirtschaft usw. treten. Man muß erkennen können,
welche Mengen an Kohle, Eisen, Kalk usw., Maschinen, Menschen usw. für
die Hüttenwerke in Anspruch genommen werden, welche Mengen an Erz,
Schlacke usw. gewonnen werden, was davon in die Industrie, in die Landwirtschaft
übergeht.
Um solche Übersichten im Stile eines Ballod-Atlanticus oder Popper-Lynkeus
entwerfen zu können, dazu bedürfen wir einer Universalstatistik,
welche in zusammenhängenden Übersichten ganze Länder, ja die Welt
umfaßt. Wäre eine solche Universalstatistik, ein solcher Wirtschaftsplan seit
jeher Ziel unseres Strebens, so würde die gesamte Wirtschaftsstatistik niemals
in den jetzigen planlosen Zustand gekommen sein. An zahllosen Stellen werden
wirtschaftsstatistische Erhebungen gemacht. Kartelle, Gewerkschaften, ja einzelne
Vereine neben den verschiedenen staatlichen und kommunalen Behörden,
die ihre eigenen statistischen Ämter besitzen, machen statistische Zusammenstellungen.
Aber im allgemeinen weiß dabei die Rechte nicht, was die Linke
tut. Die Statistiken können gemeinhin nur schwer oder gar nicht miteinander
verknüpft oder verglichen werden. Erhebungsrubriken, welche in einer Statistik
berücksichtigt werden, werden in der ergänzenden vernachlässigt, welche von
einer anderen Stelle in Angriff genommen wird. Dazu kommen zahllose Lücken,
welche oft leicht vermieden werden könnten, wenn jeder erhebenden Stelle
das Gesamtschema bekannt wäre, innerhalb dessen die Einzelstatistik ihren
Platz bekommen soll. Durch die Universalstatistik müßte jede Einzelstatistik
erst Sinn und Bedeutung erhalten.
Selbstverständlich müßten durch eine entsprechende Verfügung die mengenmäßigen
Kenntnisse Verwertung finden, welche heute von Einzelunternehmungen,
Banken usw. geheim gehalten werden. Gewisse staatliche Wirtschaftsstatistiken
werden sorgfältig gehütet, ja sogar vor manchen staatlichen Stellen, z. B. den
Steuerbehörden, geheim gehalten. Innerhalb der individualistischen Wirtschaftsordnung
war letzten Endes jeder darauf aus, seine Konkurrenten über die eigene
Lage zu täuschen, nicht selten auch die Behörden. Die sozialisierte Wirtschaft
kennt keine wirtschaftsstatistischen Geheimnisse.
Der aufgeklärte Absolutismus des 18. Jahrhunderts hatte das menschliche Glück
als Ziel der staatlichen Tätigkeit bezeichnet. Umfassende statistische Übersichten
sollten den Staatsmann befähigen, für das Glück aller Bürger zu sorgen.
Als man den Absolutismus, die Staatsherrschaft stürzte und dem wirtschaftlichen
Liberalismus, dem Geschehen- und Gewährenlassen, der freien Konkurrenz,
zum Siege verhalf, da beseitigte man so rasch als möglich das statistische
Wesen. Abgesehen davon, daß man in der Statistik ein Mittel der staatlichen
Herrschaft erblickte, die man auf dem Gebiete der Produktion und des Handels
energisch bekämpfte, sah man in den statistischen Erhebungen oft eine un-