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schäften usw., wobei einheitliches Vorgeihen iinterblieb. Vieles blieb unberücksichtigt,
vieles blieb absichtlich geheim. Um die 'Grundlagen für einen
Wirtschaftsplan zu schaffen, müßte das erwähnte Zentralwirtschaftsamt eine
Art Universalstatistik entwerfen, innerhalb deren jede Statistik ihren
besonderen Platz erhält. Wenn einmal ein solcher Plan in Angriff genommen
ist, dann wird auch zwischen den einzelnen Statistiken jene Übereinstimmung
in Fragestellung und Gruppierung erzielt werden, welche bisher gefehlt hat.
Jede einzelne Statistik würde erst durch das Ganze, welchem sie dient. Form, Sinn
und Bedeutung erlangen.
Hiezu bedarf es des innigsten Zusammenwirkens von Technikern,
Ärzten und Volks Wirtschaftern. Nur so kann erreicht werden,
daß man die Menschen, Stoffe und Kräfte in ihrer Bedeutung erfaßt und in
ihren durch den Wirtschaftsmechanismus bedingten Bewegungen verfolgt. Tediniker
und Ärzte müßten es als ihr unbedingtes Recht fordern, im Rahmen einer
solchen Zentrale wirken zu können. Freilich, die Durchführung einer solchen
Maßnahme hängt nicht bloß davon ab, daß man ihre Vernünftigkeit einsieht Der
Wille bedarf eines gewissen inneren Antriebes. All diese Neugestaltungen
werden nur dann wirklich erfolgreich durchgeführt, wenn der Mensch berechtigter-
oder un berechtigerweise das Vertrauen hat, er könne das Dasein beherrschen,
und darin auch ein Ideal erblickt. Nur eine Menschheit, welche
nicht übermäßig an der Überlieferung hängt, kann sich zum Herrn der Lebensordnung
machen, die man bisher als eine Art Schicksal hingenommen hat.
Gewiß, es ist ein Wagnis, sich dem Rationalismus hinzugeben. Aber was
ist kein Wagnis? War etwa der Weltkrieg kein Wagnis? Hat man ihn
auch so vorsichtig ins Werk gesetzt, wie heute viele die Neugestaltung unserer
Lebensordnung ins Werk gesetzt sehen wollen?
Es wäre vermessen, die Bedeutung der Überlieferung für unser Dasein gering
einzuschätzen oder jeden zu mißachten, der an Überliefertem hängt. Es ist aber
auch notwendig, daß man die Tradition von heute als den Rationalismus von
gestern erkennen lernt. Als in den Kirchen die ersten elektrischen Lichter aufflammten,
da trauerten viele um die traditionelle Kerze, und dennoch war die
Kerze eine Überwindung des Kienspans gewesen. Auch unser Rationalismus
wird einmal Tradition werden, wenn vielleicht auch eine weniger feste als
jene, die wir übernommen haben. Oft geht die Weltgeschichte sonderbare Wege,
läßt nach rationalistischen Zeitaltern solche festgefügter Tradition folgen, oder
sie pflegt den Rationalismus auf einem Gebiet und läßt ihn auf anderem verkommen.
Unser Zeitalter drängt jedenfalls dazu, das Leben bewußt zu gestalten.
Wir werden zum Rationalismus und Utilitarismus gezwungen. Wer werden
die Führer sein? SichJerlich nicht die, welche dies alles schmerzlich als
Schicksal hinnehmen, sondern jene, welche im Überlieferten ein Gefängnis
sehen, aus dem man die Menschen befreien müsse, um sie an die Sonne des
Glücks zu führen, jene, welche sich nicht sdiämen, im Glück, in der Seligkeit
des Daseins ein herrliches Ziel der Menschheit zu erblicken! Gegen den Zeus
der Überlieferung, den Beherrscher des ewig Gestrigen bäumt sich der alles
bewußt umgestaltende Zeitgeist prometheisch auf:
Wer half mir
Wider der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich?
Von Sklaverei?
Ich Dich ehren, wofür?
Hast Du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hier sitz ich, forme Völker
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei.
Zu genießen und zu freuen sich
Und Dein nicht zu achten
, : Wie ich!