Full text : Die Arbeiterfrage

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Ein  Berliner  Plüschweber:  „Früh  sieben  Uhr  beginnt  die
Fabriksirene  zu  pfeifen.  Es  sind  die  Pfeifen  meines  Brotherrn,
der  damit  andeuten  will,  mich  zu  beeilen.  So  werde  ich  herangepfiffen, ­
  wie  der  Herr  seinem  Hund  pfeift.  Fünf  Minuten  später
wird  das  Fabriktor  geschlossen,  oder  der  Markenautomat  gesperrt, ­
  und  ich  bin  im  Zuchthaus  drin.“
Der  geringe  Lohn  hat  keineswegs  einen  so  übermäßig  entscheidenden ­
  Einfluß.  Aus  den  Untersuchungen  geht  teilweise
hervor,  daß  das  Materielle  den  Arbeiter  nur  bis  zur  Grenze
äußerster  Lebenserhaltung  interessiert.
Was  drückt  Sie  mehr,  der  geringe  Lohn  oder  daß  Sie  vom
Arbeitgeber  so  abhängig  sind,  so  wenig  Aussichten  haben,  im
Leben  weiterzukommen,  ihren  Kindern  gar  nichts  bieten  zu
können?
Bergarbeiter.  Entlohnungsform:  durchweg  das  Gedinge.

Alter

tnzahl  der
Kinder

Durchschn.
Wochenverdienst


Jhr.

M.

20

16,—

Mich  drückt  nur  der  geringe  Lohn  denn
mich  packt  manchmal  eine  Wut  wenn  ich
zum  Lohntage  die  paar  Pfennige  in  die
Hände  krieg  und  denke  mir  wie  werde  ich
nur  mal  eine  Familie  mit  den  paar  Groschen
ernähren  können  wenn  daß  nicht  anders
wird.  (3.  t.)  [B.  Schles.]

22

—

30,—

Der  geringe  Lohn  ist  der  höchste  Drukpunkt,
worüber  ich  mich  zu  beklagen  hätte.  (4.  t.)
[B.R.]

23

—

19,—

Weil  ich  so  abhängig  bin.  Weil  mein  Steiger ­
  anscheinend  herausbekommen  hat,  daß
ich  organisiert  bin.  (3.)  [B.  Schles.]
            
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