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Die Zunahme der Handwerkerzahl als Folge der ländlichen
Übervölkerung“ (dank der Besitzergreifung des Bodens), die sich
mit Gewerben zu beschäftigen begann, vollbrachte die Umwälzung
in den Produktionsbedingungen des Gewerbes, indem sie das
Handwerk zu einem Kustargewerbe machte, das für den Zwischenhändler
arbeiten mußte.
Die gewöhnliche Erklärung dieses Prozesses geht von der
Änderung in den Transportmitteln aus, die, wie wir glauben bewiesen
zu haben, selbst erst ein Resultat der Entwicklung des
Gewerbes war.
Sombart zieht außer dem Verkehrs- auch noch das Bedarfsmoment
zur Erklärung dieser Erscheinung heran. Er schreibt:
„Als seit dem 16. Jahrhundert die gesamte Produktionswirtschaft
der bekannten Welt, hauptsächlich durch die
gewaltige Entwicklung des Verkehrs, die Ausdehnung
der Produktionsgebiete ihren ersten großen Aufschwung
nahm, als an die Stelle der lokal begrenzten Absatzgebiete mehr
und mehr größere Verkehrsrelationen traten, konnte das Handwerk
diese größeren Funktionen nicht mehr erfüllen. Es mußte
an seine Stelle eine Form der gewerblichen Produktion treten,
welche den Anforderungen eines so gewaltig erweiterten Wirtschaftsgebietes
zu entsprechen imstande war. Diese neue Form
der gewerblichen Produktion wie des Vertriebes der Waren war
die privatkapitalistische.“*) Dann verweist er noch auf die Bedürfnisse
des entwickelteren industriellen Lebens.
Aber auch die Nachfrage nach neuen Produkten konnte in
den entfernten Gegenden erst entstehen, wenn in der Produktion
dieser Waren eine Umwälzung stattgefunden hatte, wenn
sie schon nach diesen Gegenden ausgeführt wurden. Die Ursachen
dieser Umwälzung müssen also in den Produktionsbedingungen
selbst liegen, und nicht außerhalb. Sie erklären
sich auch vollauf durch die Zunahme der Handwerkerzahl, die
*) Artikel Hausindustrie, Bd. IV des Handwörterbuches der Staatswissenschaft,
1. Aufl.