Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

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der  Gruppe  der  Konsumtionsmittelindustrien  war  das  Verhältnis
des  Kapitals  zum  Arbeitslohn  1880  wie  3,3:  1  und  1905  wie
4,9:  1.  In  den  Gruppen  der  Produktionsmittelindustrien  war
dieses  Verhältnis  1880  wie  3,56:1  und  1905  wie  5,17:1.  Das
variable  Kapital  nimmt  im  Verhältnis  zum  konstanten  Kapital
immer  mehr  ab.  Um  Bedarfsgegenstände  herzustellen,  muß  also
immer  mehr  Kapital  für  Maschinen  aufgewendet  werden.  Folglich ­
  dehnt  sich  auch  in  dieser  Beziehung  der  Markt  aus.
III.
Die  Märkte-  und  Krisentheorie  ist  eines  der  schwierigsten
Probleme  der  politischen  Ökonomie.  Eine  scharfsinnige  und
zum  Teil  richtige  Märktetheorie  hat  M.  Tugan-Baranowski  in
seinem  Buche  „Handelskrisen“  geliefert,  aber  indem  er  sich  von
der  Abstraktion  hinreißen  ließ,  führte  er  seine  Theorie  bis  zum
logischen  Absurdum.  Tugan-Baranowski  weist  nach,  daß  der
Markt  durch  die  Entwicklung  des  Kapitalismus  selbst  geschaffen
>vird,  und  daß  bei  einer  richtigen  Verteilung  der  Produktionskräfte ­
  keine  Überproduktion  eintreten  kann.  Der  Gedanke,  daß
der  Markt  durch  die  Entwicklung  des  Kapitalismus  selbst  geschaffen ­
  wird,  ist  richtig,  und  wir  haben  gezeigt,  daß  der  Bedarf
an  Produktions-  und  Verkehrsmitteln  mit  der  Akkumulation  des
Kapitals  zunimmt.  Man  darf  aber  nicht  glauben,  daß  diese  Zunahme, ­
  wie  das  von  Tugan-Baranowski  angenommen  wird,^)  der
Akkumulation  des  Kapitals  proportional  ist.  Denn  letzten  Endes
dienen  die  Produktionsmittel  zur  Herstellung  der  unmittelbaren
Bedarfsartikel.  Wenn  Tugan-Baranowskis  Theorie
richtig  wäre,  so  würde  sich  der  Kapitalismus
*)  „Wir  sehen  also  eine  Erweiterung  der  gesellschaftlichen  Produktion ­
  bei  einer  gleichzeitigen  Einschränkung  des  gesellschaftlichen
Konsums  ohne  jegliche  Störung  des  Gleichgewichtes  zwischen  dem
gesellschaftlichen  Angebot  und  der  gesellschaftlichen  Nachfrage.“  ..  .
»Auf  diese  Weise  erweist  sich  zu  gleicher  Zeit  eine  Zunahme  des
gesellschaftlichen  Reichtums  (in  Form  von  Produkten,  die  die  Gesellschaft ­
  besitzt)  und  eine  Abnahme  des  gesellschaftlichen  ,Einkommens‘
als  möglich.“  M.  Tugan-Baranowski,  „Grundlagen  der  politischen  Ökonomie“ ­
  (russ.),  S.  103—104.
            
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