Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

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friedigen und die wir mit dem gemeinsamen Namen „Diener 
schaft“ bezeichnen. Die Konsumsteigerung der Arbeiterklasse 
führt nicht nur zur Vermehrung der Arbeiterzahl, die die Be 
darfsartikel der Arbeiter produzieren, sondern auch zu einer Ver 
mehrung der Arbeiterzahl, die Werkzeuge und Tauschmittel für 
die Zusatzprodukte anfertigen. So führt zum Beispiel die Zu 
nahme des Kattunkonsums nicht nur zu einer Vermehrung der Zahl 
der Spinner, Weher usw., sondern auch der Arbeiter, die Spinn 
maschinen, Baumwollreinigungsmaschinen usw. hersteilen. Und die 
Zunahme der Weber, der Schlosser usw. führt wiederum zu einer 
Vermehrung der von diesen Arbeitern konsumierten Produkte. 
Dieselbe Bedeutung wie die Konsumsteigerung der Kapi 
talisten hat auch die Zunahme der unproduktiven Ausgaben des 
Staates für Armee, Flotte usw., denn in der Volkswirtschaft haben 
diese Ausgaben etwa dieselbe Bedeutung wie die Ausgaben für 
persönliche Bedienung. 
Gewiß, der Konsum der reichen Klassen beschränkt sich 
nicht bloß auf die Vermehrung der Zahl der Personen, die ihre 
zuweilen teuren und ästhetische Genüsse bereitenden persön 
lichen Dienstleistungen anbieten. Auch der Konsum von Luxus 
artikeln nimmt zu. Aber auch bei der Produktion dieser Artikel 
ist die Struktur des Kapitals bedeutend niedriger als bei der Pro 
duktion von Massenkonsumartikeln, da im ersteren Falle in weit 
höherem Maße die Handarbeit und in weit geringerem Maße der 
Maschinenbetrieb an gewendet wird. Die Angaben der Gewerbe 
zählung in den Vereinigten Staaten Nordamerikas weisen auf den 
schroffen Unterschied der Kapitalstruktur bei der Produktion von 
Luxusartikeln und der Produktion von Massenkonsumartikeln 
hin. Das Verhältnis des fixen Kapitals zum variablen, das 
heißt zum Arbeitslohn, ist in verschiedenen Industriezweigen 
folgendes:*) 
*) „Manufactures“, 1905, P. II, Washington 1907. Ich habe bei 
meinen Berechnungen nur das fixe Kapital und den Arbeitslohn be 
rücksichtigt. Der Wert des Rohmaterials und sonstige Ausgaben (mis 
cellaneous expenses) werden, da sie für die Struktur des Kapitals nicht 
charakteristisch sind, nicht in Betracht gezogen.
	        
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