Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

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Heu  die  Arbeit  dann  am  produktivsten,  wenn  sie  nur  im  Grasmähen ­
  und  Einfahren,  und  zur  Gewinnung  von  Getreide,  wenn  sie
bloß  in  zweimaligem  Pflügen  und  Eggen  besteht.  Bei  Wurzelfrucht-, ­
  Reben-  und  Tabakkultur  ist  ein  hoher  ursprünglicher
Arbeitsaufwand  notwendig,  wobei  die  weiteren  Aufwände  wenig
produktiv  sind.  Dieses  trifft  sowohl  für  die  Rebenkultur  in  den
Vereinigten  Staaten  von  Nordamerika  als  auch  für  die  der  Rheingegenden ­
  zu.  Selbstverständlich  ist  die  Rebenkultur  in  den  Rheingegenden ­
  und  in  Frankreich  eine  intensivere  als  in  Amerika,  aber
die  weiteren  Kapitalaufwände  sind  im  Verhältnis  zu  den  früheren
gering:  die  Anpflanzung,  das  Stutzen  usw.  erfordern  bedeutende
Arbeitsaufwände.  Deshalb  übt  die  Konkurrenz  der  neuen  Länder
in  diesen  Produkten  keinen  starken  Druck  auf  die  Produktion  der
dichtbevölkerten  Gegenden  aus.
Das  Bestehen  einer  extensiven  Wirtschaft  in  dünn  bevölkerten ­
  Gegenden  dient  also  als  Beweis  dafür,  '  daß  bei  weiteren
Aufwänden  auf  schon  angebauten  Grundstücken  die  Arbeitsproduktivität ­
  sinkt  und  daß  nur  in  einzelnen  Ausnahmefällen  eine
intensive  Kultur  aus  natürlichen  Gründen  geboten  ist.
'  V.
Die  Grundbesitzer  können  die  intensive  Bewirtschaftung  des
Bodens,  das  Erzielen  von  mehr  Produkten  aus  einer  Bodenfläche
nicht  verhindern.  Die  Pächter  können  in  beliebiger  Höhe  Kapitalien ­
  aufwenden,  aber  der  Grundbesitzer  wird  sich  den  Unterschied ­
  zwischen  der  Produktivität  des  ersten  Kapitalaufwandes  und
der  des  weiteren  aneignen.  Wenn  die  Bevölkerung  zur  Bestellung
minder  produktiver  Böden  schreitet,  geschieht  das  gleiche.  Nehmen
wir  an,  daß  man  beim  ersten  Kapitalaufwand  von  10  Mk.  100  Kilo
Getreide  erhält.  Wenn  der  folgende  Kapitalaufwand  von  zehn
Mark  auf  demselben  oder  auf  einem  ärmeren  Boden  nur  50  Kilo
Getreide  einbringt,  so  wird  sich  der  Grundeigentümer  diese  Differenz ­
  aneignen,  weil  jeder  Pächter  offenbar  den  letzten  Aufwand
noch  machen  wird.  Wenn  es  also  bei  dem  Aufwand  von  zehn
Mark  vorteilhaft  ist,  50  Kilo  Getreide  zu  erhalten,  so  kann  der
Grundbesitzer  von  den  ersten  100  Kilo  50  als  Pachtgeld  ver-
            
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