Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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falls behauptet, Carnegie habe Scott und J. Edgar 'T'homp- 
son, den Superintendanten der Pennsylvania-Bahn, ver- 
anlaßt, mit ihm für 40 000 Dollar die Storey-Farm an der 
Ölbucht in Pennsylvanien zu kaufen, wo Petroleum ge- 
funden worden war. In der Folge hätten die Aktien der 
Gesellschaft einen Gesamtwert von 5 Millionen Dollar 
gehabt, und in einem Jahre hätte sich die Bardividende auf 
mehr als ı Million Dollar belaufen: Diese Gesellschaft 
produzierte freilich Öl und besaß eine Raffinerie zu Bayonne 
in New-Jersey, aber ihre großen Profite scheint sie mehr mit 
schwindelhaften Spekulationen als anderswie erzielt zu 
haben. Nach einer Entscheidung des Kammergerichts von 
Pennsylvanien vom Jahre 1865 mißbrauchten die Gründer 
und Direktoren der Gesellschaft, die mit 10 000 Anteilen 
gegründet worden war, das Kapital zu Spekulationen. 
Einer der Aktionäre, Coleman, reichte Klage ein wegen 
Unterschlagung seines Anteils, das Kammergericht von 
Pennsylvanien wies seine Klage jedoch ab mit der Begrün- 
dung, er habe selber an dem Schwindel teilgenommen. 
Die Columbia-Ölgesellschaft ist lange als tote Gesellschaft 
geführt worden. 
Eine bezeichnende Geschichte über Carnegies Methoden 
zu dieser Zeit wird uns von Bridge erzählt. Carnegie habe 
sich unter vielen Freundschaftsbeteuerungen „gütigst herbei- 
gelassen‘, an T’homas N. Miller einige Anteile det Columbia- 
Ölgesellschaft „zum Selbstkostenpreis‘ zu verkaufen, und 
zwar betrug dieser Selbstkostenpreis 6,37'/ Dollar pro An- 
teil. Später glaubte Miller Grund zu der Meinung zu 
haben, Carnegie habe ihn erheblich übers Ohr gehauen. Die 
Gewißheit bekam er freilich erst viel später — 1896, als er 
in den Besitz der alten Bücher der Columbia-Ölgesellschaft 
gelangte und im Protokoll der Gesellschaft einen Bericht 
darüber fand, daß Andrew Carnegie unter Protest der an- 
dern Aktionäre die Anteile für je zwei Dollar gekauft hatte. 
Diese drei Jahre des Bürgerkrieges — 1861 bis 1863 — 
waren sicherlich einträgliche Zeiten für Andrew Carnegie. 
Außer den bereits erwähnten Unternehmungen steckte er 
tief in einer Anzahl anderer kapitalistischer Projekte. Dazu 
gehörte der Plan einer Telegraphenlinie längs der Pennsyl-
	        
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