Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

Zweites  Kapitel.
Der  Beginn  der  A  r  b  e  i  t  s  a  u  s  b  e  u  t  u  n  g  und  die
Entwicklung  der  Produktivkräfte.
1.
Schon  auf  den  ersten  Stufen  der  wirtschaftlichen  Entwicklung
ist  eine  gewisse  Arbeitsteilung  notwendig.  Uber  die  Gemeinde  erhebt ­
  sich  der  erfahrene  Organisator  der  wirtschaftlichen  Tätigkeit. ­
  Gewöhnlich  ist  es  der  Älteste  des  Geschlechts.  Die  feindlichen ­
  Zusammenstöße  der  Stämme  untereinander  führten  ferner
zur  Bildung  einer  speziellen  Kriegerorganisation,  an  deren  Spitze
wiederum  gewöhnlich  der  Stammesälteste  stand.
Wie  es  scheint,  hat  die  Viehzähmung  die  Produktivität  der
Arbeit  so  erhöht,  daß  die  Ausbeutung  der  Arbeit  der  Kriegsgefangenen ­
  vorteilhaft  wurde.  Unter  dem  Einfluß  der  Bevölkerungsvermehrung ­
  werden  die  Kriege  mit  der  Zeit  nicht  nur  ein  Mittel,
das  Territorium  auszudehnen,  sondern  auch  ein  Mittel  zur  Bereicherung ­
  durch  Unterjochung  und  Beraubung  der  anderen
Stämme.  Besonders  vorteilhaft  waren  sie  für  die  Häuptlinge,
denen  ein  um  so  größerer  Teil  der  Beute  zufiel,  je  fester  ihre
Stellung  als  Kriegsanführer  wurde.
Da  bei  den  Hirtenvölkern  das  Bestreben,  ihr  Territorium  auszudehnen, ­
  am  stärksten  war,  weil  ihr  Wohlstand  direkt  vom
Umfang  ihres  Landes  abhängt,  so  waren  die  Hirtenvölker  besonders ­
  kriegerisch  und  beunruhigten  stets  die  benachbarten  Länder.
Im  Laufe  der  Zeit  ergaben  sich  an  verschiedenen  Stellen  Ansiedlungen ­
  mit  verschiedener  Bevölkerungsdichte.  Während  an
einem  Orte  die  Bevölkerung  zum  Ackerbau  übergegangen  war,
trieb  sie  an  einem  anderen  noch  lange  reine  Viehzuchtwirtschaft.
So  kamen  Zusammenstöße  auch  unter  den  früher  verwandten
Stämmen  vor,  die  aber  auf  verschiedenen  Entwicklungsstufen
standen.
            
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