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Durch Aufwendung ihrer Produktivkräfte verschafft sich
die Wirtschaft die ihr notwendigen Produkte. Die Produktiv
kräfte der Wirtschaft erscheinen also als Mittel, Produkte zu ge-.
Winnen. Und welches ist das Ziel? Zweifellos die Befriedigung
der Bedürfnisse der Wirtschaft.
Diese Antwort kann auf den ersten Blick sinnlos erscheinen.
Denn der Mensch, nicht die Wirtschaft, hat Bedürfnisse. Indes
gibt es sowohl persönliche, als auch Bedürfnisse der Wirtschaft.
Der Mensch kann beispielsweise kein Bedürfnis nach Heu haben.
Er produziert es jedoch, weil das Pferd, das zu seiner Wirtschaft
gehört, Futter braucht. Das Pferd hilft dem Menschen in seinem
Produktionsprozeß, indem es die Produktivkräfte des Menschen
erhöht. Wenn also der Mensch Heu gewinnt, so bestrebt er
damit, seine Produktivkräfte zu erhöhen, um seine Bedürfnisse
decken zu können.
Aus dem angeführten Beispiel erhellt auch, daß sich die
Organisation der wirtschaftlichen Tätigkeit und die Erzeugung
verschiedener Produkte in gewisser Abhängigkeit von den Pro
duktionsmitteln, d. h. von dem Stand der Produktivkräfte der
Wirtschaft befindet. Die Produktivkräfte der Wirtschaft werden
daher nicht nur zur Gewinnung von Produkten aufgewendet, die
zur Deckung der unmittelbaren Bedürfnisse des Menschen
dienen, sondern auch zur Produktion von Gegenständen, die
seine Produktivkräfte vermehren: die Erzeugung gewisser Pro
dukte hängt nicht nur von den menschlichen Bedürfnissen ab,
sondern auch von dem Stand der Produktivkräfte der Wirt
schaft, also ausser von den Arbeitskräften noch von den Werk
zeugen und anderen Produktionsmitteln.
In seiner Produktion handelt der Mensch dem Prinzip der
Kraftersparnis gemäß. Da seine Produktivkräfte beschränkt, die
Bedürfnisse dagegen unbeschränkt sind, so muß er seine Energie
sehr vorsichtig verwenden.
Nicht allein in seiner wirtschaftlichen Tätigkeit handelt der
Mensch nach dem Prinzip der Kraftersparnis, sondern über
haupt im Leben. So wählt er gewöhnlich den kürzesten Weg,
und nur ein Betrunkener geht im Zickzack.