Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

ü*

83

Durch  Aufwendung  ihrer  Produktivkräfte  verschafft  sich
die  Wirtschaft  die  ihr  notwendigen  Produkte.  Die  Produktivkräfte ­
  der  Wirtschaft  erscheinen  also  als  Mittel,  Produkte  zu  ge-.
Winnen.  Und  welches  ist  das  Ziel?  Zweifellos  die  Befriedigung
der  Bedürfnisse  der  Wirtschaft.
Diese  Antwort  kann  auf  den  ersten  Blick  sinnlos  erscheinen.
Denn  der  Mensch,  nicht  die  Wirtschaft,  hat  Bedürfnisse.  Indes
gibt  es  sowohl  persönliche,  als  auch  Bedürfnisse  der  Wirtschaft.
Der  Mensch  kann  beispielsweise  kein  Bedürfnis  nach  Heu  haben.
Er  produziert  es  jedoch,  weil  das  Pferd,  das  zu  seiner  Wirtschaft
gehört,  Futter  braucht.  Das  Pferd  hilft  dem  Menschen  in  seinem
Produktionsprozeß,  indem  es  die  Produktivkräfte  des  Menschen
erhöht.  Wenn  also  der  Mensch  Heu  gewinnt,  so  bestrebt  er
damit,  seine  Produktivkräfte  zu  erhöhen,  um  seine  Bedürfnisse
decken  zu  können.
Aus  dem  angeführten  Beispiel  erhellt  auch,  daß  sich  die
Organisation  der  wirtschaftlichen  Tätigkeit  und  die  Erzeugung
verschiedener  Produkte  in  gewisser  Abhängigkeit  von  den  Produktionsmitteln, ­
  d.  h.  von  dem  Stand  der  Produktivkräfte  der
Wirtschaft  befindet.  Die  Produktivkräfte  der  Wirtschaft  werden
daher  nicht  nur  zur  Gewinnung  von  Produkten  aufgewendet,  die
zur  Deckung  der  unmittelbaren  Bedürfnisse  des  Menschen
dienen,  sondern  auch  zur  Produktion  von  Gegenständen,  die
seine  Produktivkräfte  vermehren:  die  Erzeugung  gewisser  Produkte ­
  hängt  nicht  nur  von  den  menschlichen  Bedürfnissen  ab,
sondern  auch  von  dem  Stand  der  Produktivkräfte  der  Wirtschaft, ­
  also  ausser  von  den  Arbeitskräften  noch  von  den  Werkzeugen ­
  und  anderen  Produktionsmitteln.
In  seiner  Produktion  handelt  der  Mensch  dem  Prinzip  der
Kraftersparnis  gemäß.  Da  seine  Produktivkräfte  beschränkt,  die
Bedürfnisse  dagegen  unbeschränkt  sind,  so  muß  er  seine  Energie
sehr  vorsichtig  verwenden.
Nicht  allein  in  seiner  wirtschaftlichen  Tätigkeit  handelt  der
Mensch  nach  dem  Prinzip  der  Kraftersparnis,  sondern  überhaupt ­
  im  Leben.  So  wählt  er  gewöhnlich  den  kürzesten  Weg,
und  nur  ein  Betrunkener  geht  im  Zickzack.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.