Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn.  36.  Zahlung  ÓTrèp  toO  òeíva,  für  einen  Etatstitel.

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„Einnahmekonto“  gezahlt,  und  zwar  auf  dasjenige  Einnahmekonto,
welches  für  den  Etatstitel  *àvòpiáç’  oder  für  den  Etatstitel  ‘iroTaiLioqpuXttKÍç*
  usw.  angelegt  worden  ist.  Daß  das  Einnahmekonto  der  Empfänger ­
  der  Zahlungen  ist,  erkennt  man  auch  daran,  daß  statt  'ÒTrèp
XÓTOU*  bisweilen  *eîç  Xóyov’  steht;  die  Zahlung  erfolgt  „hinein  in
das  Konto“.  Ein  Beispiel^  hierfür  ist  P.  Amh.  II92  (um  163  n.  Chr.)  :
KXaubiavif)  vopapx»]  Apo'i(voÍTOu)  irapà  MápKOu  ’AvGediiou
KamTuuXeívou.  BoúXopai  èiTixujpiiGfjvai  irapà  ffoO  irpòç  póvov
TÒ  èvecTTÒç  [rJpÍTOv  Itoç  ’Avtujvívoo  Kai  Oò)íp[o]u  tiôv  Kupítuv
ZeßacTTUJV  KOTuXíCeiv  iràv  eXaiov  èv  èpYadTripíuj  évi  èv  kúj|íti
‘HpaKXeía  ©epiaroo  pepíòoç  Kai  reXécriv  eiç  xòv  Tfjç  djv[fjç
Xót]ov  úirèp  õXou  toO  €y[iauToO  àJpyvçLíoJu  òpaxpàç  óybop-KOv[Ta
  ô]^oX[o]úç  óyborjKOVTa  ô‘úviTa[v]T[i]  Xó[yuj],  div  Kai
xfiv  ò[i]aYpa(priv  Troi[n(T]ini  Kax[à]  ¡ahv[a]  x[ò]  aîp[o]ûv  èH
iffou,  xújv  e[i]ç  éxépouçXÓY[ouç  irjpòç  òioÍKri(T[iv  xejXoupévin[v]
  õvxujv  rrpòç  èpè  kxX.
Der  XÓYoç  ihvfiç  ist  das  Einnahmekonto,  welches  dazu  dient,
diejenigen  Einnahmen  aufzunehmen,  welche  für  Pachtungen  dem
Staate  zufließen.  Hier  ist  es  die  Ölverschleißpacht  (o  xfjç  djvfjç
XÓYOç).  Nachher  heißt  es:  eîç  éxépouç  Xóyouç,  worunter  die
anderen  „Etatstitel-Konten“  zu  verstehen  sind,  für  die  der  Ölverschleißer ­
  ebenfalls  noch  Abgaben  zu  zahlen  hat  ;  zu  diesen  anderen
Abgaben  gehört  z.  B.,  wie  die  Herausgeber  schon  bemerken,  die
Gewerbesteuer  (xeipuuvaHiov).  Die  Worte  aúviravxi  Xóyuj  sind  in
gewöhnlichem  Sinne  zu  fassen:  „alles  in  allem“,  wobei  freilich
der  Blick  ebenfalls  auf  das  ujvf|-Konto  sich  richtet,  denn  nur  in
bezug  auf  dieses  gelten  die  Worte  „alles  in  allem“,  da  ja  nachher
noch  andere  Xóyoi  erwähnt  werden.
Die  Übersetzung  lautet  nunmehr:  „An  Claudianus,  den  Nomarchen ­
  des  arsinoitischen  Gaues,  von  M.  Anthestius  Capitolinus.
Ich  bitte,  von  dir  für  den  Zeitraum  des  laufenden  Jahres  3  unserer
Herren  Angustí  Antoninus  und  Yerus  zum  Verschleißer  des  gesamten ­
  Öles  bestellt  zu  werden,  das  in  der  einzigen  Ölmühle*  des
Dorfes  Herakleia  des  themistischen  Kreises  erzeugt  wird.  Dafür
will  ich  für  Rechnung  des  Etatstitels  „Ölverschleißpachtzins“  (eigentlich: ­
  hinein  in  das  Konto  des  Etatstitels)  ein  Pachtgeld  zahlen,  welches
‘  vgl.  die  ähnliche  Urkunde  P.  Lond.  III  S.  108  Nr.  906  (128  n.  Chr.),
mit  den  Berichtigungen  von  Grenfell  und  Hunt,  Archiv  IV  S.  539.
*  vgl.  oben  S.  45.
Preisigke,  Girowesen  im  griech.  Ägypten.

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