Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

236 
Teil III. Geld-Giroverkehr. 
Höhe von 3500 Drachmen von Frau Isidora an Frau Tamystha 
vermittelt habe (siehe den Text im Abschn. 66). Folglich bezieht 
sich der Begriff ‘öieYßoXn’ auf diese Girozahlung, und da eben 
diese Zahlung offenbar eine Barzahlung ist, so muß die öieTßoXfj 
mit der Barzahlung in Verbindung gebracht werden. Der Sinn des 
„Barzahlens“ liegt auch, wie mir scheint, in dem Stammworte 
äKßdXXeiv. Unter öieYßoXii ist, gleichwie bei òiuYpacpií und geta- 
ßoXii, nicht bloß die Zahlung, sondern auch die darüber aufgesetzte 
Bankurkunde zu verstehen. 
Abschnitt 50. 
Die ¡uETaßoXii. 
Wenn nicht nur der Zahler A sondern auch der Empfänger 
B Girokunde ist, bleibt Bargeld unberührt. Diese Zahlungsweise, 
die von Anfang bis zu Ende nur in einer Umbuchung besteht, 
heißt pexaßoXn, im Gegensätze zur öieYßoXn (Abschn. 49). 
P. Lond. III 8.190 Nr. 1121 b (2. Jahrh. n. Chr.) ist das Bruch 
stück einer vom Inhaber einer Badeanstalt aufgestellten Haushalts 
rechnung. Der Text lautet (der Anfang ist abgebrochen): 
(yívovtui) XriM(páTmv) (òpaxpai) x^a öß(oXoi) C, äE iLv dvri- 
X(0)eTicrav)‘ 
TTXoútlu ATroX(Xijuviou ?) Kai |LieTÓx(oiç) ßaXave(iou) 
eiç Xóy(ov) |Lua0(újaeiJuç) kui Tip(fiç) àxú(pou) Kaú(7(eijuç) 
íòíou ßaX(aveiou) toö k (erouç), KaTa)Li(evóvTUJv) ^ eiç 
7rXnpuu((yiv) (òpaxpújv) dou, (òpaxpai) ffE. 
TTaOvi T. MeTaßoX(fiç) ’Ajupouvíuj 
oÍKOvóp(uj) ò[ ]pÊ (òpaxpa;) t, 
(YÍvovtui) dvTiX(ou)LiáTouv) Ktti |LieTaßoX(nç) (òpaxpai) cpE. 
Die Einnahmen betragen 621 Dr. 6 Ob. Hiervon gehen die 
Ausgaben ab, und zwar eine (nicht giromäßige) Barzahlung 
von 260 Dr. an Pachtzinsen und anderen Unkosten sowie eine Giro 
zahlung (peraßoXii) an den Ökonomen ^ Ammonios von 300 Dr., 
zusammen 560 Dr. Im Texte ist vielleicht hinter oÍKOvó|a(iu) zu 
ergänzen: ò[ià Tpa(7TéZ:Tiç)] od. dgl. Die Zahlung an Plutos und 
^ Von dem Jahressatze sind nunmehr noch 1800 Dr. rückständig. 
* Wahrscheinlich ein Beamter. Vgl. BGU. 926 (188 n. Chr.), eine dienst 
liche Verfügung an einen oíkovÓ|lioç, worin es heißt: öaa béerai Y€véo8ai èv 
TU) ÚTTÔ rrjv oÎKOvo¡uíav aou ßa[\]av€iLu, év rcíxei yevéaQuj.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.