Full text : Die Frau und die Arbeit

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Frauen  in  neue  Arbeitsgebiete  und  ihre  größere  Freiheit
und  Intelligenz  werde  die  Beziehungen  der  Geschlechter  erschüttern, ­
  und  während  sie  von  ihrem  rein  persönlichen
Standpunkt  aus  unzweifelhaft  im  Rechte  sind,  haben  sie  in
bezug  auf  die  Menschheit  als  Ganzes  entschieden  unrecht.
Der  Verlust  eines  kleinen  ungesunden  Teiles  wäre  ein  Gewinn ­
  für  die  Menschheit  als  Ganzes.
Für  den  männlichen  Wollüstling  von  schwachem  Intellekt
und  reizloser  Persönlichkeit,  der  bei  Befriedigung  seiner
Geschlechtsinstinkte  sowohl  bei  dem  schreiend  barbarischen ­
  geschlechtlichen  Handel  außerhalb  der  Ehe,  wie  bei
dem  nicht  minder  barbarischen,  nur  etwas  verschleierteren
Handel  innerhalb  derselben  nicht  auf  seine  Fähigkeit,  die
Neigung  und  Bewunderung  der  Frau  zu  gewinnen,  sondern
nur  auf  ihre  Käuflichkeit  rechnen  kann,  —  für  den  bedeutet
der  Zutritt  der  Frauen  zu  den  neuen  Arbeitsgebieten,  ihre
höhere  Bildung  und  ökonomische  Unabhängigkeit  fast  so
viel  wie  sozialer  Untergang.  Für  jene  Männer  aber,  die
selbst  heute  die  Mehrheit  in  unserer  Gesellschaft  bilden
und  die  mehr  die  Liebe  und  Kameradschaft  der  Frau  als
ihren  bloßen  Besitz  wünschen,  für  die  Männer,  deren  körperliche ­
  und  geistige  Eigenschaften  und  Gaben  geeignet
sind,  abgesehen  von  allen  materiellen  Vorteilen,  die  Neigung ­
  der  Frau  auch  bei  voller  Wahlfreiheit  zu  erwecken,
für  diese  wird  der  Gewinn  ein  entsprechend  großer  sein.
In  einer  Gesellschaft,  in  der  die  Mehrheit  der  Frauen  frei
an  allen  Gebieten  moderner  Arbeit  teilnimmt,  für  ihre  Arbeit ­
  vollwertig  entlohnt  wird  und  sich  dadurch  so  weit
selbst  erhalten  kann,  daß  sie  es  nicht  mehr  nötig  hat,  sich
durch  Heirat  oder  in  einer  andern  Form  als  Geschlechtswesen ­
  zu  verkaufen,  wird  damit  nicht  eine  Verringerung
der  Zahl  dauernder  Geschlechtsverbindungen  herbeigeführt, ­
  sondern  vielmehr  eines  der  schwersten  Hindernisse
derselben  beseitigt  werden.  Ein  allgemein  anerkannter
Mangel  unserer  sozialen  Verhältnisse  ist  die  wachsende
            
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