Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn. 70. Selbständiger Girobankvertrag von Hermupolis. 345 
4. Zeuge und Schreibver 
treter (Hand 6): AùpnX(ioç) 
[Armótpioç ó Kai] KopvnXdç 
Aiovuaíou cru)Li7rápi)Liai aùrf) Kai 
^Tpa(ipa) ÚTTèp aÙTf|ç pf| €Íòuír|ç 
Tpappara. 
5. (?) (Hand 7): [ 
] TOÖ 
TrpOKei|Ll(évOU) OÍKOTT(éòOu) Tipfiç 
òpax(iiiúúv) TrevTaKOcríujv. Xoiòk 
òeutépa Kai eÍKÓÒi^. 
4. Zeuge und Schreibvertre 
ter (Hand 6): Ich Aurelius 
Demetrios genannt Kornelas, 
Sohn des Dionysios, bin als ihr 
Zeuge hier zugegen. Zugleich 
habe ich an ihrer Stelle vollzo 
gen, da sie schreibunkundig ist. 
5. (?) (Hand 7): [ 
] des oben bezeich- 
neten Grundstückes zum Kauf 
preise von 500 Drachmen. Am 
22. Choiak. 
Der vorstehende Girobankvertrag steht auf Spalte 1 des Blattes; 
Spalte 2 enthält die diroTpacpfi der Käuferin an das Besitzamt 
(Abschn. 77). 
Vergleichen wir diesen selbständigen Girobankvertrag mit dem 
unselbständigen Girobankvertrage P. Fior. I 1 (siehe oben S. 326 ff.), 
so erkennen wir außer den bereits erwähnten grundsätzlichen Ver 
schiedenheiten (vgl. S. 318) noch eine Verschiedenheit in der Ab 
fassung. Zwar in der òiaTpaqpn besteht keine wesentliche Ab 
weichung. Hier wie dort finden wir die drei Hauptteile: Kopf, 
Körper, Bescheinigung der Bank. Die Unterteile des Kopfes sind 
dieselben: Zeit, Bankfirma. Auch die Unterteile des Körpers stimmen 
ini allgemeinen überein: Zahler, Empfänger, Verkaufsgegenstand 
und Kauf betrag (Darlehen und Hypothek), Girobankvertrag (Staats- 
uotariatsvertrag), Übereignung des Kaufes (Sicherstellung durch 
Hypothek). Ein wichtiges Merkmal des selbständigen Girobank 
vertrages ist die Wendung 'Kara Tf|vòe rpv òiaypaqpnv’ (Punkt 7). 
Hnter Punkt c ist das crecrriiLieiujjLiai stehengeblieben (vgl. S. 331). 
Was aber die Schlußbekräftigung (Punkt 8) der òiaTpaqpn 
betrifft, so haben wir hier schon eine Abweichung gegenüber dem 
Unselbständigen Girobankvertrage. Diese Schlußbekräftigung löst 
Mittels auf: Kal èrrepuuTnOleíua) ib|LioXÓT(nU€v). Nun ist die òiaypaqpn 
eine von der Bank aufgesetzte Urkunde, deren Kern der Konto 
auszug ist; darinnen werden zwei nebeneinanderstehende Tatsachen 
beurkundet, nämlich erstens, daß Artemidora einen Gegenstand 
verkauft habe (Punkt 3: rreupaKévai abrr) ktX.), und zweitens, 
‘ Die Bedeutung dieser letzten Unterschrift ist nicht klar. Vgl. die 
Vermutungen von Mittels, P. Lips. I S. 12.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.