Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Âbschn. 72. Selbständiger Girobankvertrag vom Faijum. 
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Eine besondere Eigentümlichkeit in der oben behandelten 
Urkunde (BGU. 427) sind die Worte am Schlüsse des Körpers 
(Punkt 9) : lYp(aip€v) buèp aÙToO (papávou pf) €ÍÒ[€]vai Tpappara ‘Hpa- 
KXeíònç Ñmbiúpou. Nach dem Vermerke des Herausgebers P. Viereck 
reicht die erste Hand bis zum Worte ’íaiòiúpou einschließlich, 
mithin sind die Worte ëYp(aipev) ktX. von dem Bankbeamten 
geschrieben, der auch den vorhergehenden Körper des Girobank 
vertrags geschrieben hat; und jene Worte bedeuten: „die nach 
folgende Unterschrift (Unterschrift des Geldempfängers) schreibt 
nicht Ammonios selber, sondern Herakleides für den schreibun 
kundigen Ammonios“. In der Tat steht am Schlüsse des Teiles C: 
‘HpaK(XeíbTiç) ’lcrióüú[pou ê]Tp(a'pa) birèp a(ÙToO) àYP(appáTou). Aus 
diesem Grunde ist unter Punkt 9 die Auflösung lYp(aM^ev) statt 
^Tp(aipa) notwendig. Überdies würde die Auflösung lYp(aipa) ver 
langen, daß der Name des Schreib Vertreters vor ^Ypo^n steht. 
Die Urkunde BGU. 427 stammt aus der Gymnasiumsbank^ 
zu Arsinoe. Um zu zeigen, daß jene Urkundenform nicht etwa bloß 
eine Eigenart dieser Bank oder eine Zufälligkeit darstellt, bringe 
ich noch den selbständigen Girobankvertrag BGU. 468 (150 n. Ohr.) 
von einer Bank des Dorfes Dionysias. 
A. Kopf 
!• Zeit: ’'Etouç leíTcrapeffKaiòe- 
KÚTOU [AÚjTOKpÓTOpOÇ KttícTa- 
poç Tirou AiXíou 'AbpiavoO 
’Av[T]a)veívou Zeßacrroö Eùcre- 
[6oûç], <|>[a]ip[(pi] K. 
2. Bankfirma: ’Attò rfjç TTaXa- 
piíbouç Kttl peTÓx(ujv) TpaTréZriÇ 
^[lojvuaiáòoç. 
(Hand 1). 
1. Zeit: Im Jahre 14 des Impe 
rator Caesar Titus AeUus Ha- 
diianus Antoninus Augustus 
Pius, am 4. Phaophi. 
2. Bankfirma: (der Girobank 
vertrag geht aus) von der Bank 
des Palamedes und Genossen 
zu Dionysias. 
1* Zahler: Zárupoç Zárupou 
Aapapíwvoç, àvaYpa^ópevoç 
dpq)óòou BiGuvúJV ’l[(Jíuj- 
B. Körper (Hand 1). 
1. Zahler: Satyros, Sohn des 
Satyros, Enkel des Damarion, 
eingeschrieben in der Bewoh 
nerliste des Stadtteiles BiOuvuiv 
’l(TÍu)voç (zu Arsinoe). 
‘ Die Bank hat mit dem Gymnasium nichts zu tun, sie trägt nur den 
amen vom Gymnasium.
	        
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