Abschn. 73. Bankvertrag ohne Girozahlnng.
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Eine Bankurkunde ohne jeden erkennbaren Zusammenhang
mit einer Girozahlung ist P. Teb. II 398 (142 n. Chr.) aus Arsinoe :
1. Zeit : ^Etouç uéfiírrou AÙTOKpàTo[poç] Kaícrapoç Títou AiXíou 'Aòpi-
avoO ’Avtujv[ívou] leßacTToO EucTeßoO?, pnvòç Kai(Tap€Í[ou] iq.
2. Bankfirma: Am Tfjç MéXavoç xpauéZTiÇ avriKpuç Tuxaíou.
3. Erster Partner: ‘HpaKXeíònç neieapúvioç toO ‘Appiúffioç àirò
Kih()iTiç) ’Aq)poòeÍTriç TToXé|uu)voç i-iepíòoç
4. Zweiter Partner: TTacríujvi Kpovíuuvoç toO "Hpijuvo(ç)
5. Gegenstand: [pfi èjTKaXeív ètKaXéaeiv tòv ['HpJuKXeí-
ÒTiv Túj TTaaíuuvi Trepi ihv biÉTpaipev ó TTaaímv újç cpncnv èni
Tf|V ònpocríav xpá-ireCav eiç 'Ep)LioYév[ri] ’A'rToXXujví[o]u òpaxpmv
pri (ößoXujv?) ò p[ ].çrov òiaYpaqpíjvai [.jeivç ]n-
aiv KXauòíou Mcriòújpou unèp [xúúv òi]aTpacp[o]pévujv xai x. .[.]ei
[ èá]v xiç èTKttXéffr) xúj TTaaíiuvi [nepi xojúxujv ó 'HpuKXeí-
bns äTßißacrei [auxòv è]m x[oíç e]iç aùxoùç (ru|LiTreqptuvri(|Liévoiç).
Wo sonst in Girobankurkunden das Schlagwort àitexeiv sich
findet, steht hier pf) èTKuXeîv. Bis dahin aber ist der Aufbau der
nämliche. Pasión hat an die Staatskasse auf das Konto des
Hermogenes 48 Drachmen gezahlt; daraufhin wird in der Bank
des Melas die vorliegende Bankurkunde aufgesetzt, wonach ein
gewisser Herakleides erklärt, daß er keine Forderungen an Pasión
mehr habe. Der innere Zusammenhang ist nicht klar. Möglich
aber ist es, daß Pasión früher unter irgend welchen Verpflich
tungen eine Geldsumme von Herakleides im Girowege durch die
Bank des Melas empfangen hatte, auf deren Rückzahlung jetzt
Herakleides verzichtet, nachdem Pasión Zahlung an die Staats
kasse geleistet hat. Es mag sich um Aufrechnung von Forderungen
handeln. Hermogenes ist vielleicht ein Steuererheber oder ein
Steuerpächter, und die Zahlung des Pasión auf das Konto des
Hermogenes bei der Staatskasse hängt mit Verpflichtungen in Steuer
sachen, vielleicht mit einer Deckung von Steuerrückständen aus
Anlaß der Liturgie, zusammen.
P Lond. III S. 148 Nr. 932 (211 n. Chr.) scheint mir ein
Beweis dafür zu sein, daß die Banken tatsächlich nur dann notarielle
Verträge errichten durften, wenn die Verträge mittelbar oder
^mittelbar mit Girozahlungen verknüpft waren. Die engen geschäft
lichen Beziehungen zwischen einer Bank und ihren Girokunden
“mochten es aber mit sich bringen, daß die Girokunden geneigt
^aren, auch dann zur Bank zu gehen, wenn gelegentlich ein Ver-