Abschn. 18. Einlage von Pachtzinsen.
75
läßt. Diese Zahlungsweise wird häufig in den Pachtverträgen
besonders vereinbart. So erklärt ein Pächter namens Kastor im
Pachtangebote P. Amh. II 88, 21 ff. (128 n. Chr.): Trávia (d. i. CKcpópia)
ò(è] g€Tpf|cnju kot’ Itoç uirèp (Toû eîç tò òri[|aóô’]iov pérpuj òripo-
0ÍUÜI [ ].TUJV^ Kai pÉTpndív croí àvaòdj[criu] Trpihrrj perpií-
<j£i ktX., d. h. „alle die vorbenannten Pachtzinsen will ich jährlich
auf dein Girokonto (uTrèp aoö) an den Staatsspeicher^ einzahlen
unter Verwendung des Staatsmaßes, und die Einzahlung will ich
für dich (d. i. auf deinen Namen) besorgen (eigentlich : in den
Staatsspeicher hineingeben) zu der frühesten Einzahlungsfrist“.
Bei der -irpiÚTr] pérpricnç handelt es sich nicht darum, wann
Kastor seine Ernte beginnt^ und seine Zahlungen frühestens
vomimmt, sondern darum, wann die frühesten Einzahlungen in
den Staatsspeicher im Anschlüsse an die Ernte überhaupt
möglich sind. Das erkennt man am besten aus einem anderen
Pachtangebote, P. Lond. III S. 150, Nr. 938, 2ff. (225 n. Chr.):
èKCpopíOU dTTOT0K[TOU TTUpoO dpTÓpjaÇ òéKtt UÉVTE Kttl
dpT[upíou òpaxjpdç éEpRovra, dç Kai d[7roò]uj(Tuu [kuI pje-
ippauj Tip TTaOvi |iiri[ví], tò pèv [dpTÚjpiov ÒÓKifiov dpe-
UTÒv [vop]iTeu[ó|aev]ov, tòv òè irupòv peTpp[(Tiju e]iç [tòv
bpjpódiov 0ri(J(aopòv) TrpiÚTT] [peTppuei pía]v òoxiKip
dvTi pidç'*^’A[0rivaí]ou [xjai èîTOÎcruj pé[T]pncriv Ka0apà[v
e]íç [õjvopa croú ktX.
Hier steht das peTppcruü zweimal; die Zahlung soll im Ernte
monate Payni geschehen, und zwar, wie beim zweiten juerpncuj
besonders für sich hervorgehoben wird, upiúrp peTppcrei. Die upiórp
péTprjíTiç deckt sich daher nicht einmal mit dem Erntemonate Payni
schlechthin, sie besagt vielmehr, daß der Pächter „zu den ersten
Leuten“ zählen wird, die den Pachtzins abtragen.
Bedeutungsvoll sind alsdann noch die Worte {xjai è-rroícru}
pé[T]priaiv Ka0apd[v e]íç [õjvopa (Toö®. Dieses Ka0apdv bedeutet
nicht, daß das Getreide frei von Unreinigkeiten sein soll (vgl.
Abschn. 25 über die Gebühr Ka0áp(Jeuuç), sondern frei von allen
‘ Wohl [eTraijTov; vgl. Abschn. 34.
* TÒ brmómov steht für tòv briínóoiov Griaaupóv; vgl. S. 41.
^ Grenfell und Hunt erklären : „The meaning is that Castor would pay
as soon as he began measuring his harvest“.
* Über piav àvxi piûç vgl. Grenfell und Hunt, P. Amh. II 87, 21 Anm.
® Über die Wendung eîç õvopa ooO vgl. Abschn. 32.